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CellPod: 3D gedruckter Bioreaktor stellt Lebensmittel in unter einer Woche her

Am 14. November 2016 von Alexander H. veröffentlicht

In rund 40 Jahren hat sich die Erdbevölkerung von 3,7 Mrd. (1970) auf mehr als 7 Mrd. fast verdoppelt. Im Jahr 2050 soll die Anzahl der Weltbevölkerung auf ca. 10 Mrd. Erdbewohner anwachsen. Überbevölkerung lässt die Ressourcen knapp werden. Wie werden zukünftige Generationen mit den Problemen umgehen? Das VTT Research Center in Finnland präsentiert mit dem CellPod den weltweit ersten 3D gedruckten Inkubator, der Lebensmittel in nur eine Woche wachsen lässt.

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3D gedruckter Cellpod-Prototyp

Essen schnell wachsen lassen kein Science Fiction mehr

Das VTT und das Biotechnologie-Wissenschaftsteam haben die Vision, dass in Zukunft jeder zu Hause sein eigenes Essen herstellen kann. „Urbanisierung und die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft schafft die Notwendigkeit, neue Wege zur Herstellung von Lebensmitteln zu entwickeln – CellPod ist einer von ihnen. Er kann den Verbrauchern eine neue und aufregende Weise zur Herstellung von lokalen Speisen in ihren eigenen Häusern bieten“, sagt Lauri Reuter , VTT-Forscher.

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Der CellPod ist nicht der erste Food-Incubator und die Idee der Bioreaktoren ist schon etwas älter. Neu implementierte Technologie, wie z.B. der 3D-Druck, beschleunigen die Wachstumsphase  jedoch dramatisch. Statt Monate lang auf die Ernte seines eigenen Gartens zu warten, stellt der CellPod Beeren und andere Frucht- und Gemüsesorten in nur einer Woche her. Schon jetzt stellte der 3D gedruckte Inkubator erfolgreich verschiedene Beerensorten her.

Nur die wichtigsten Zellen werden kultiviert

Statt der gesamten Pflanze ist die Idee des CellPods nur undifferenzierte Zellen der Pflanze zu reproduzieren. Mit anderen Worten, ausschließlich die wichtigsten und nährreichen Zellen werden kultiviert. In ihnen ist das gesamte Genpool zu Herstellung von gesunden Antioxidanten und Vitaminen enthalten. Zur Herstellung werden Samenkörner in den Inkubator gelegt. Mit Licht, Luft und Nährstoffen entstehen nach wenigen Tagen einige Liter Zellmasse, aus der dann die wichtigen Nährstoffe gewonnen werden.

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Theoretisch kann der CellPod zur Kultivierung jeglicher Zellstoffe genutzt werden. Das VTT hat das Gerät erfolgreich bei der Herstellung von Brombeer- und Moltebeerzellen getestet. „Der Bioreaktor ermöglicht auch die Herstellung von gesunden pflanzlichen Nahrungsmitteln nicht-traditioneller Pflanzen wie Birke“, so ist auf der Homepage zu lesen.

Essen in Turbogeschwindigkeit wachsen lassen, klingt noch ein bisschen nach Zukunftsmusik und scheint zu schön, um wahr zu sein. Das VTT macht jedoch erste Schritte zur Lösung von Weltproblemen. Ein großes Problem muss das Wissenschaftsteam des VTT jedoch noch lösen: Der Geschmack der Beeren ist bisher noch zu mild und fad.

Mehr Informationen dazu auf der VTT-Homepage.

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