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BMW schafft ein Kompetenzzentrum für additive Fertigung

Auf 29. Juni 2020 von Sandra S. veröffentlicht

Der Automobilhersteller BMW hat kürzlich ein Kompetenzzentrum für die additive Fertigung eröffnet, den Additive Manufacturing Campus in Oberschleißheim, nördlich von München. Diese 2019 angekündigte Öffnung soll es BMW ermöglichen, die Einführung der additiven Fertigung in ihre Produktion zu beschleunigen, sowohl für Prototypen als auch für die Serienfertigung. Das Zentrum, das von einer Investition in Höhe von 15 Millionen Euro genießt, wird sich auch auf die Erforschung neuer 3D-Drucktechnologien und die damit verbundene Ausbildung für die weltweite Einführung der werkzeuglosen Produktion konzentrieren. Auf diese Weise hofft die Gruppe, ein Vorreiter im Bereich des 3D-Drucks im Automobilsektor einzunehmen.

BMW setzt seit mehr als 25 Jahren erfolgreich auf die additive Fertigung und erzielte dabei sehr vielversprechende Ergebnisse: Ende 2018 sollen mehr als eine Million Teile in 3D-gedruckt worden sein. Zahlreiche Autos, darunter auch der BMW i8 Roadster verfügen über 3D-gedruckte Teile. Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG und verantwortlich für die Produktion, erklärt: „Die additive Fertigung ist schon jetzt ein integraler Bestandteil unseres weltweiten Produktionssystems und in unserer Digitalisierungsstrategie fest verankert. Neue Technologien wie diese können künftig die Produktionszeiten weiter verkürzen und das Potenzial werkzeugloser Fertigungsmethoden weiter ausschöpfen.“ Der Konzern kann insbesondere auf solide Partnerschaften mit Carbon und Desktop Metal zählen, in die er mehrere Tausend investiert hat.

BMW setzt auf Desktop Metal Drucker (Bildnachweis: BMW)

Das Kompetenzzentrum für additive Fertigung bei BMW

BMW erklärt, dass sein Campus derzeit 80 Mitarbeiter beschäftigt und über etwa 50 Systeme für den Industrie-, Polymer- und Metalldruck verfügt. Darüber hinaus gibt es 50 weitere 3D-Drucker, die über die ganze Welt verteilt sind. Dazu gehören HP Multi Jet Fusion-, EOS-, SLM-, Carbon-, Desktop Metal- und Nexa3D-Maschinen. Daniel Schäfer, Senior Vice President, Production Integration and Pilot Plant Integration, BMW Group, ergänzt: „Unser Ziel ist es, die 3D-Druckverfahren zunehmend für die Automobilproduktion zu industrialisieren und neue Automatisierungskonzepte in der Prozesskette umzusetzen. Damit wird die Herstellung von Komponenten für die Serienproduktion von Automobilen wirtschaftlicher und wir tragen dazu bei, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen. Gleichzeitig arbeiten wir mit verschiedenen Bereichen innerhalb des Unternehmens wie der Fahrzeugentwicklung und der Komponentenfertigung sowie dem Einkauf- und Lieferantennetzwerk zusammen. So können wir die Technologie systematisch integrieren und wirksam einsetzen.“ Die zahlreichen Drucklösungen im BMW-Zentrum sollen daher höhere Produktionsvolumina ermöglichen und die Fertigung äußerst komplexer Teile ermöglichen, um die Fahrzeuge der Zukunft zu konstruieren.

Neben Produktion und Rapid Prototyping soll sich ein Bereich im BMW-Zentrum der Erforschung und Optimierung neuer Materialien, Technologien und Verfahren widmen: Ziel des Konzerns ist es, den Prozess der additiven Fertigung so weit wie möglich zu automatisieren, um ihn langfristig noch zukunftsfähiger und wirtschaftlicher zu gestalten. Zu diesem Zweck hat er das Projekt „Industrialisierung und Digitalisierung der additiven Fertigung für die Automobil-Serienproduktion“ (IDAM) ins Leben gerufen, um die gesamte Produktionskette abzubilden, von der Vorbereitung der digitalen Produktion bis zur Herstellung und Wiederaufbereitung von Komponenten. Es wird erwartet, dass die Produktion mindestens 50.000 Serienkomponenten pro Jahr erreichen wird, mit mehr als 10.000 Einzel- und Ersatzteilen.

HP Multi Jet Fusion Drucker im Kompetenzzentrum von BMW (Bildnachweis: BMW)

Ein weiteres Projekt trägt den Namen POLYLINE und konzentriert sich auf die Massenproduktion von Kunststoffteilen. Ziel ist es, eine einheitliche Qualitätssicherungsmethodik für die gesamte Prozesskette sowie eine digitale Verknüpfung der Prozessschritte zu entwickeln, wodurch die Herstellungskosten um 50% gesenkt werden können. Über das Projekt haben wir bereits in diesem Artikel in der Vergangenheit berichtet.

Darüber hinaus bietet das Zentrum seinen Mitarbeitern Schulungskurse für den 3D-Druck an, damit sie sich alle mit der Technologie vertraut machen können. Jens Ertel, Direktor des Additive Manufacturing Campus, kommentiert abschließend: „Für einen erfolgreichen Roll-out der Technologien ist es wichtig, die Kollegen aus dem gesamten Netzwerk mit den Vorteilen und Funktionalitäten der Verfahren vertraut zu machen. Denn der Einsatz erfordert eine neue Denkweise und Herangehensweise bei der Konzipierung von Bauteilen. Durch die hohe Gestaltungsfreiheit ergeben sich neue Designs und Funktionen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Bauteile, die ausschließlich mithilfe additiver Verfahren hergestellt werden können“. Die vollständige offizielle Pressemitteilung finden Sie hier.

BMW hat bereits in der Vergangenheit mit Carbon zusammengearbeitet (Bildnachweis : BMW)

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