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Barbara Gollackner präsentiert 3D-gedruckte Wasteware bei der Vienna Design Week

Auf 6. Oktober 2021 von Regina P. veröffentlicht

Während der Vienna Design Week, die vom 24. September bis 03. Oktober stattgefunden hat, konnte auch Barbara Gollackner eine äußerst innovative Kollektion ausstellen, welche aus einer Zusammenarbeit mit Gastronom Peter König entstand. Mit einem 3D-Drucker wurde aus Lebensmittelresten Geschirrunikate hergestellt. Unter dem Namen Wasteware wird eine Serie bestehend aus Besteck und Geschirr aus industriellen sowie privaten Lebensmittelabfällen gefertigt. Die Kollektion umfasst  Tassen, Teelöffel und mehr, die allesamt aus altem Brot oder Schweinehaut additiv gefertigt wurden. Dazu wurden die Abfälle zu einer Paste verarbeitet, die anschließend mit einem FDM-Drucker extrudiert wird. Das Studio sendet mit dieser Kollektion eine klare Botschaft. Das Vorhaben soll auf die Lebensmittelverschwendung und die Produktion von Einweggeschirr aufmerksam machen, zwei Probleme die sich enorm auf unsere Umwelt auswirken.

Ein wesentlicher Vorteil des 3D-Drucks besteht darin, dass nur Material verwendet wird, das tatsächlich zur Herstellung benötigt wird.  Dadurch kann die benötigte Menge und somit auch der entstehende Abfall erheblich reduziert werden. Um das Projekt noch nachhaltiger zu gestalten, gelingt dank des 3D-Drucks auch die Wiederverwertung der Abfälle zur Herstellung von neuen Produkten, wofür wie im Beispiel Gollackner auch Lebensmittelabfälle in Frage kommen. Dieses und andere Projekte zielen darauf ab Teil einer Kreislaufwirtschaft zu werden und werden immer zahlreicher. Ein weiteres Beispiel wäre Upprinting Food, eine niederländisches Vorhaben, das aus Lebensmittelabfällen verschiedene Gerichte in 3D druckt. Das Studio von Barbara Gollackner fundiert auf der gleichen Idee, druckt aber Geschirr.

Barbara Gollackner

Bild: Barbara Gollackner

Barbara Gollackner ist eine österreichische Designerin, die einen besorgniserregenden Trend festgestellt hat:  Jedes Jahr werden 90 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet, zu welchen noch 30 Millionen Tonnen Abfall von Einweggeschirr hinzukommen. Aus diesem Grund hat Gollackner den Entschluss gefasst, eine Kollektion zu entwickeln, mit welcher sie auf diese beiden Probleme aufmerksam machen kann und die Gesellschaft dazu ermutigt, die Auswirkungen des Konsums auf die Umwelt zu bedenken und folglich zu reduzieren bzw. zu Alternativen zu greifen. Die Designerin sammelte zunächst Industrieabfälle aus einer Fleischfabrik in Österreich sowie persönliche Abfälle wie Brot. Sie erklärt: „Auf der einen Seite verwenden wir die Abfälle, die wir selbst produzieren, auf der anderen Seite verwenden wir industrielle Lebensmittelabfälle wie Schweinehaut. In Österreich werden große Mengen an Schweinehaut von der Fleischindustrie weggeworfen.“

Diese Abfälle werden dann zu einer Paste verarbeitet, die sich leicht mit einem 3D-Drucker extrudieren lässt: Der Abfall wird zunächst getrocknet oder gekocht und dann mit Myzel (die fadenförmigen Zellen eines Pilzes) gemischt, um so die gewünschte Konsistenz zu erreichen. Die Designerin erklärt, dass in manchen Fällen auch Wasser, Semmelbrösel oder andere Lebensmittel hinzugefügt werden können. Chefkoch Peter König nutzt die Masse dann und druckt die gewünschten Formen in 3D. Gollackner sei es wichtig, das Design der Objekte einfach zu halten, um den Druckprozess nicht zu komplex zu gestalten. So entstanden Löffel, Kaffeetassen, Schüsseln usw. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und sind ungewöhnlich, denn die verschiedenen Gegenstände nehmen die Farbe einer Aubergine, recycelter Erbsen usw. an!

Auch Schüsseln wie diese sind Teil der Kollektion (Bild: Gollackner)

Dieses Langzeitprojekt – die Designerin arbeitet seit mehr als zwei Jahren an diesem Projekt – hat es auf jeden Fall geschafft, auf ein gesellschaftliches Problem auf innovative und originelle Weise zu adressieren. Haben Sie schon einmal überlegt Ihre Lebensmittelabfälle für ein kreatives Vorhaben zu nutzen? Weitere Projekte des Studio Barbara Gollackner finden Sie HIER.

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