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BAM eröffnet neues Kompetenzzentrum für die Additive Fertigung

Am 2. Dezember 2021 von Regina P. veröffentlicht

Der 3D-Druck wird zwar bereits zur Fertigung von Automobil– oder Flugzeugkomponenten eingesetzt, die Technologie hat ihr volles Potenzial für diese Bereiche jedoch noch längst nicht ausgeschöpft. Dabei bietet die additive Fertigung für viele Sektoren nicht nur Kosteneinsparungspotenzial, sondern stellt in vielen Fällen auch eine schnellere und umweltfreundliche Produktionsweise zu herkömmlichen Verfahren dar. Das hat auch die Bundesanstalt für Materialforschung- und prüfung mit Sitz in Berlin erkannt und will sich dem Thema mit einem neuen Kompetenzzentrum für die Additive Fertigung widmen. Dort sollen Hersteller beraten werden und der Einsatz des 3D-Drucks in puncto Qualität und Zuverlässigkeit für die Bauteile überprüft und sichergestellt werden. Damit hat die BAM zum Ziel, Unternehmen bei der Herstellung von Komponenten für sicherheitsrelevante Bereiche wie der Luft- und Raumfahrt zu unterstützen und den 3D-Druck als Fertigungsmethode weiter zu etablieren.

Mit einem interdisziplinären Team bestehend aus Experten der additiven Fertigungstechnik, Werkstoffanalytik und der zerstörungsfreien Materialprüfung soll das Kompetenzzentrum ein breites Dienstleistungsspektrum bereitstellen können, welches Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der additiven Fertigung beratend zur Seite stehen wird. Das fängt mit der Beratung bei der Werkstoffauswahl an, setzt mit der Wahl eines geeignet Produktionsprozesses fort und endet mit der qualitativen Überprüfung der Bauteile.

So können unter anderem die mechanischen Eigenschaften der Komponenten beurteilt werden und mittels verschiedenster Messmethoden die Zuverlässigkeit dieser festgestellt werden. Dazu zählt beispielsweise die Analyse von Verformungen unter hohen Temperaturen. Auf Grund dieser könne der Herstellungsprozess schließlich optimal an die Anforderungen der Unternehmen angepasst werden, indem mögliche Herausforderung bereits mit der Wahl des geeigneten Prozess und Materials behoben werden.

Das umfangreiche Leistungsspektrum des neuen Kompetenzzentrums. (Bild: BAM)

Zu den Leistungen zählen unter anderem die Additive Fertigung mit metallischen, keramischen und zementbasierten Materialien, eine State-of-the-Art Infrastruktur für Metalle in den folgenden Verfahren: Laserstrahlschmelzen (L-PBF), Laser-Pulver-Auftragschweißen (LMD), Lichtbogengenerieren (WAAM), Binder Jetting; die Optimierung von additiven Fertigungsprozessen und der Verfahrensentwicklung, die Bewertung von Prozesseinflüssen wie Wärmebehandlungen und die zerspanende Nachbearbeitung. „Im Kompetenzzentrum bietet die BAM deutschlandweit eine einzigartige Breite an Dienstleistungen entlang der additiven Prozesskette“, ergänzt Dr. Kai Hilgenberg, Leiter des Kompetenzzentrum Additive Fertigung. „In unseren hochmodern ausgestatteten Anlagenparks können sowohl metallische und keramische als auch Betonbauteile mit verschiedensten 3D-Druckverfahren hergestellt, untersucht und weiterentwickelt werden.“

QI-Digital für den Mittelstand

Mit der Initiative Qualitätsinfrastruktur Digital will die Bundesanstalt außerdem den Mittelstand mit einer digital überwachten additiven Fertigungskette als Testumgebung unterstützen. Diese wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und soll alle relevanten Prozessschritte der additiven Fertigung digital abbilden, um in Folge eine digitale Qualitätssicherung basierend auf den gewonnen Erkenntnissen zu entwickeln. Damit diese Insights auch der Produktion zu Gute kommen, sollen enge Partnerschaften mit der Industrie entstehen. Zu diesen zähle bereits das Partnernetzwerk des Berliner Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science.

Das QI-Digital Innovationsökosystem. (Bild: BAM)

„Die Additive Fertigung ist eine Zukunftstechnologie, die in vielen Industriebereichen an immenser Bedeutung gewonnen hat – vom Flugzeug- und Autobau über Medizintechnik bis zum Bauwesen“, so BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne. „Mit unserem neuen Kompetenzzentrum Additive Fertigung unterstützen wir unsere Kund*innen in der Wirtschaft dabei, ihre Produktionsprozesse weiter zu optimieren und verlässliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards für additiv gefertigte Produkte zu etablieren.“

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