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AESUB: Aufwertung der Qualität des industriellen 3D-Scannens

Auf 22. März 2021 von Regina P. veröffentlicht
AESUB

Für all jene, die beim 3D-Scannen Wert auf Präzision und Detailtreue legen, ist die Verwendung eines Sprays unverzichtbar. Das Einsprühen des Objektes vor dem Scanvorgang mit einem Spezial-Spray sorgt für eine saubere und matte Oberfläche, welche die Scanqualität nicht nur verbessert, sondern den Scan für einige Produkte überhaupt erst ermöglicht. Für transparente oder reflektierende Objekte ist das Spray zwingend notwendig, da das Licht des Scanners an der Oberfläche reflektiert, und anschließend an den Scanner zurückgeworfen werden muss. Aber auch für andere Gegenstände bietet der Einsatz eines Sprays einen Mehrwert und wirkt sich signifikant auf die Qualität aus. Wesentliche Unterschiede zeigen sich insbesondere in der Präzision, da das Spray den Scanner dabei unterstützt, mögliche Unterschiede in der Farbe, Reflexion oder Textur zu erkennen und dadurch Heterogenitäten verringert.

Unter dem wachsenden Angebot solcher Sprays, finden sich auch Produkte des deutschen Herstellers AESUB. Das Dortmunder Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Sprays zum 3D-Scannen spezialisiert. Neben traditionellen, pigmenthaltigen Sprays, bietet der Hersteller auch verflüchtigende Lösungen an, welche bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. Inzwischen konnte AESUB ein globales, wachsendes Vertriebsnetz mit mehr als 50 Partnern aufbauen, welche die Produkte vertreiben. Um mehr über das Unternehmen, dessen Produkte und Visionen zu erfahren, haben wir uns mit dem Gründer, Friedrich Schlott, unterhalten.

3DN: Können Sie sich und Ihre Verbindung zur additiven Fertigung vorstellen?

AESUB

Friedrich Schlott, Gründer von AESUB (Bildrechte: AESUB)

Neben meinem beruflichen Anfang in der Entwicklung bei BMW, habe ich inzwischen mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich der optischen Messtechnik. Bevor ich vor rund drei Jahren AESUB gegründet habe, habe ich bereits für mehrere Jahre ein Unternehmen für Messdienstleistungen geleitet. Heute beobachte ich, dass sich die additive Fertigung und die optische Messtechnik, vor allem seit den letzten Jahren, stark aufeinander zubewegen. 

Viele Prozesse starten mit der optischen Digitalisierung und nutzen das Ergebnis anschließend für die additive Fertigung. Auf der anderen Seite wird das gedruckte Bauteil oftmals 3D-gescannt um die gedruckte Geometrie zu validieren. Wir drucken regelmäßig die Scandaten verschiedenster Bauteile und sind dabei immer wieder von den Resultaten des gedruckten 3D-Bauteils und dem Prozess an sich beeindruckt.  

3DN: Wie kam die Idee zur Gründung von AESUB auf?

Traditionelle Sprays enthalten Farbpigmente, welche beim Auftragen eine weiße Schicht herstellen. Zwar ermöglicht der Einsatz dieser Sprays das Erfassen der Bauteiloberfläche, jedoch wird dadurch eine aufwendige Nachreinigung des Bauteils notwendig. Zudem werden die Messumgebung, das Personal und die Geräte mit den Pigmenten verunreinigt. In den Anfängen haben mich unsere Kunden oftmals angerufen, sich für die gute Qualität der Scans bedankt und im Anschluss gefragt, wer denn jetzt die Halle von dem weißen Staub des Mattierungsmittels reinigen würde. Einmal ist bereits ein sehr teurer Scanner kaputt gegangen, als dessen Lüfter mit den Pigmenten verschmutzt war und in Folge überhitzte. Ich konnte damals einfach nicht glauben, dass es in solch einem technologiebasierten Bereich keine bessere Lösung zur Mattierung und Digitalisierung transparenter sowie reflektierender Bauteile gibt. 

3DN: Welche Bedeutung haben Scanning-Sprays für den resultierenden 3D-Scan?

Der essentielle Vorteil besteht in der Möglichkeit Bauteile zu digitalisieren, welche ohne das Spray nicht von optischen Scannern erfasst werden können. Dazu zählen transparente aber auch reflektierende, hochglänzende oder stark strukturierte Bauteile (Carbon) mit tiefen Nuten oder Ähnlichem. Außerdem geht es nicht nur um das Ob, sondern auch um das Wie: Ein qualitativ hochwertiger Scan von anspruchsvollen Bauteilen mit komplexen Geometrien ohne Spray erfordert viel Know-How, Geduld und Zeit. Die Vorbehandlung mit dem Spray beschleunigt den Scanprozess und liefert zudem oft bessere Datenpunkte, die später zu einem digitalen Abbild der Bauteilgeometrie zusammengefasst werden. 

3DN: Welche Vorteile bieten AESUB Produkte und wie unterscheiden Sie sich voneinander?

Unsere Produktreihe selbstverflüchtigender Sprays bestehend aus AESUB blue, AESUB orange und AESUB green bieten gegenüber traditionellen Sprays den entscheidenden Vorteil, dass die aufgetragene Beschichtung sich nach einiger Zeit wieder rückstandsfrei verflüchtigt. Damit entfällt die sonst aufwendige Bauteilreinigung nach dem Scannen. Selbst Prototypen müssen somit nach dem Scan nicht mehr gereinigt werden. Daher auch unser Slogan: SPRAY | SCAN | DONE! Zudem sind unsere selbstverflüchtigende Sprays frei von jeglichen Pigmenten. Dies hat den Vorteil, dass es weder zu einer Kontamination der Messumgebung noch zu Pigmentablagerungen, beispielsweise in Luftfiltern, kommt. Damit ist das Spray direkt am Scanner einsetzbar – was vorher undenkbar war. AESUB blue und AESUB orange werden in der Sprühdose angeboten und unterscheiden sich in der Sublimationszeit, d.h. der Zeit in der sich das Spray wieder verflüchtigt. AESUB green ist eine Gebindelösung, die mit einer Sprühpistole aufgetragen werden kann und sich damit besonders für großflächige oder automatisierte Scans eignet. 

AESUB

Spray, Scan, Done – AESUB Sprays ermöglichen den 3D-Scan ohne anschließende Reinigung (Bildrechte: AESUB)

Neben der selbstverflüchtigenden Produktreihe bieten wir mit AESUB white auch ein pigmenthaltiges Spray an. AESUB white kann für sehr aufwendige und damit zeitintensive Scanvorgänge angewendet werden, welche über die Sublimationszeit der selbstverflüchtigenden Sprays hinausgehen. Anders als viele gängige, pigmenthaltige Sprays, ist der AESUB white frei von dem Pigment Titaniumdioxid (TiO2), welches die EU als karzinogen beim Einatmen von lungengängigen Partikelgrößen eingestuft hat.

3DN: Für welche Sektoren ist die Integration von Scanning-Sprays interessant und warum? Können Sie einige Ihrer Kunden nennen?

Bei industriellem 3D-Scannen, denkt man natürlich direkt an die fertigende Industrie und dort vor allem an die Automobil- und Luftfahrtbranche. Aber eigentlich findet unser Spray überall dort Einsatz, wo Scannen ohne Mattierung nicht möglich ist. Neben vielen Automobilherstellern und -zulieferern gehören daher Designer, Künstler und Bastler zu unserem Kundenkreis bzw. zum Kundenkreis unserer Händler.

3DN: Welche zukünftigen Projekte sind für AESUB geplant?

Wir werden vermehrt von Kunden mit sehr spezifischen Anforderungen hinsichtlich Inhaltsstoffen, Sublimationszeit und Schichtdicke angesprochen. Basierend auf diesen Anforderungen entwickeln wir gemeinsam Mattierungslösungen, damit die Anwendung unserer Sprays und damit der Digitalisierungsprozess weiter optimiert werden kann.

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Das AESUB Team will den 3D-Scan auch zukünftig weiter optimieren (Bildrechte: AESUB)

3DN: Haben Sie noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?

Verständlicherweise wurde Sprühen aufgrund der besprochenen Nachteile für lange Zeit als ein notwendiges Übel in der Branche gesehen. Glücklicherweise gehört dieser Frust mit AESUB der Vergangenheit an. Wie bereits erwähnt: SPRAY | SCAN | DONE! 

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AESUB ist über ein globales Netzwerk von Händlern erhältlich. Den Händler in Ihrer Nähe finden Sie hier.

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