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500 Decathlon-Masken per 3D-Druck zu Beatmunsgeräten transformiert

Auf 25. März 2020 von Sandra S. veröffentlicht

Wahrscheinlich haben Sie die beliebte Easybreath-Maske der französischen Marke Decathlon schon am Strand gesehen. Die Decathlon-Maske wurde ursprünglich zum Schnorcheln entwickelt und bedeckt das gesamte Gesicht, wobei ein Schnorchel zum Atmen eingebaut ist. In Italien haben die Ärzte diese berühmte Maske dank eines 3D-gedruckten Ventils in ein Beatmungsgerät verwandelt: 500 italienische Patienten werden derzeit damit behandelt! Decathlon weist jedoch darauf hin, dass Sie die Maske nicht selbst modifizieren sollten, da dies schwerwiegende Auswirkungen auf deren Funktionsweise und den Atemfluss haben könnte.

Die italienische Firma Isinnova ist der Urheber des Projekts. Wahrscheinlich ist Ihnen der Name des Unternehmens bereits bekannt, weil es die letzten Woche bereits Dutzende von Ventilen gedruckt hat, um Covid-19-Patienten das Leben zu retten. Die Teile wurden vom Lieferanten der Beatmungsgeräte des Krankenhauses im Zuge der Herstellung dieser Ventile, die für ihre einwandfreie Funktion unerlässlich sind, erfolgreich überprüft. Einige Tage später wurde das Unternehmen von Dr. Renato Favero, einem ehemaligen Chefarzt des Krankenhauses von Gardone Valtrompia, kontaktiert, der die Idee aufwarf, eine Atemschutzmaske zu entwerfen, indem man die bereits auf dem Markt erhältliche Decathlon-Tauchermaske verwendet.

Transformation der Maske zum Einsatz in der Krise

Die Zusammenarbeit zwischen der italienischen und der französischen Decathlon Group wurde sehr schnell beschlossen. So wurde dem italienischen Unternehmen das CAD-Modell der Maske zur Verfügung gestellt. Isinnova erklärt, dass sie das Produkt zerlegt haben, um es zu analysieren und notwendige Änderungen vorzunehmen, um es dem neuen Bedarf anzupassen. Möglich wurde die Verwendung im neuen Anwendungsbereich durch das Hinzufügen einer weiteren Komponente, dem sogenannten „Charlotte-Ventil“, das per 3D-Druck gefertigt wurde.

Zum derzeitigen Stand wurden bereits mehr als 500 der benötigten Erweiterungen, vordergründig vom FAbLab Brescia, per 3D-Druck erstellt. Die EasyBreath-Maske wurden erfolgreich um die Teile erweitert und schließlich zur Behandlung italienischer Patienten verwendet. Bei der Maske handelt es sich um einen kurzfristigen Ersatz für herkömmliche Beatmunsmaske, bei denen es zurzeit auf Grund der Krisensituation zu Engpässen kommt. Isinnova stellt klar: „Weder die Maske noch die 3D-Druckkomponente sind zertifiziert und ihre Verwendung unterliegt einer Krisensituation“. Die Patienten müssen eine Erklärung unterzeichnen und so der Verwendung der nicht zertifizierten Maske zustimmen. Hierbei handelt es sich um die in Italien festgelegten Bestimmungen; es ist noch unklar, ob die Verwendung auch in Deutschland in Zukunft erfolgen wird. In jedem Fall haben bereits 500 italienische Patienten ihre Zustimmung gegeben – ein Beweis dafür, dass die Lösung kurzfristig wirksam ist – während sie auf die Verwendung eines zertifizierten Medizinproduktes warten.

Die 3D-gedruckten Erweiterungskomponenten der Decathlon-Maske (Bildnachweis: Isinnova)

Modifizieren Sie die Decathlon-Maske nicht selbst! Beachten Sie die Hinweise des Herstellers

Decathlon hat sich sehr deutlich zu dem Projekt geäußert. Das Unternehmen warnt auf dessen französischer LinkedIn-Seite: „Die Easybreath-Maske, die in den letzten Tagen von einer Reihe von Internet-Nutzern entdeckt und als mögliche Schutzmaske gegen Coronavirus verwendet wurde, ist nicht für diesen Verwendungszweck vorgesehen. Der vorhergesehene Anwendungsbereich ist weiterhin der des Schnorchelns; daher empfehlen wir, die Maske nicht selbst zu modifizieren; dies könnte die Funktion der Maske beeinträchtigen, insbesondere hinsichtlich des Luftstroms. Dennoch unterstützt das Decathlon-Team bestimmte Forschungszentren in Frankreich und im Ausland, um Tests durchzuführen und so zu prüfen, ob das Produkt angepasst werden kann – oder nicht – insbesondere durch die das Teilen des 3D-Modells der Easybreath-Maske“.

Der gelbe Teil der Maske wurde per 3D-Druck gefertigt

Wenn Sie helfen möchten, können Sie Ventile drucken – die 3D-Datei ist auf der Isinnova-Website verfügbar. Dort werden zudem zahlreiche Druckhinweise gegeben. Das Unternehmen erklärt zum Beispiel, dass Sie mit PLA mit einer Schichthöhe von 0,2 mm drucken können. Wir hoffen, dass dieses Projekt europaweit Krankenhäuser unterstützen kann. Dabei ist zu beachten, dass von Behördenseite zunächst die Anwendung der modifizierten Decathlon-Maske genehmigt werden muss!

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