menu

#Startup3D: Replique über 3D-Druck von sicheren Ersatzteilen

Am 7. Juli 2022 von Bianca Z. veröffentlicht

Da der 3D-Druck immer beliebter wird, suchen große Unternehmen nach Möglichkeiten, die Technologien zu testen. Die Investition in Maschinen kann jedoch teuer sein, vor allem, wenn die Mitarbeiter nicht im Bereich der additiven Fertigung geschult sind. Zum Glück gibt es andere Lösungen, wie unser 3D-Druck-Startup des Monats Juli, Replique, zeigt. Die 3D-Druckplattform ist für den durchgängigen industriellen 3D-Druck konzipiert und hofft, den 3D-Druck für Unternehmen weltweit zugänglicher zu machen. Und die Nachfrage ist eindeutig, denn das Unternehmen hat bereits mit großen OEMs wie Miele und Siena Garden zusammengearbeitet, um nur einige zu nennen. Um mehr über die Funktionsweise der Plattform zu erfahren, haben wir uns mit Henrike Wonneberger, einer der Gründerinnen und COO von Replique, zusammengesetzt.

3DN: Könnten Sie sich und Replique kurz vorstellen?

Mein Name ist Henrike Wonneberger, und ich bin eine der Gründerinnen und Geschäftsführerin von Replique, der End-to-End 3D-Druckplattform, die OEMs eine sichere und effiziente Möglichkeit bietet, Teile jederzeit und überall bereitzustellen. Mein akademischer und beruflicher Hintergrund liegt in der Chemie und in der Betriebswirtschaft, und ich habe zuvor in verschiedenen Positionen bei BASF gearbeitet, von der Forschung und Entwicklung über den Geschäftsaufbau bis hin zur Innovation digitaler Geschäftsmodelle. Meine Verbindung und Faszination für den 3D-Druck entstand durch die Idee, Ersatzteile von einem physischen in einen digitalen Bestand zu überführen und die Lieferkette für diese Teile neu zu überdenken. Der 3D-Druck mit der Freiheit, alle Arten von Geometrien in verschiedenen Materialien rein aus Daten zu erstellen, ist sehr leistungsstark!

Henrike Wonnberger, eine der Mitbegründerinnen von Replique sowie deren COO

Replique wurde während meiner Zeit in der Digitalisierungsabteilung der BASF gegründet. Wir sahen den Bedarf für eine neue Lösung im Ersatzteilgeschäft, die typische Probleme wie lange Lieferzeiten, hohe Mindestbestellmengen und Unterbrechungen der Lieferkette löst. Unsere Idee war es, Ersatzteile zu digitalisieren und auf Abruf zu produzieren, so dass sie jederzeit und überall verfügbar sind. Um diese Vision zu verwirklichen, startete Replique Anfang 2020 in der Chemovator GmbH, dem internen Venture Builder der BASF, seine Reise. Replique unterstützt OEMs dabei, Teile von einem physischen in einen digitalen Bestand zu überführen und so eine flexible und robuste Lieferkette für diese Teile aufzubauen. Als End-to-End-Lösung unterstützen wir unsere Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Design, Technologie- und Materialauswahl, digitaler Lagerhaltung und sicherer dezentraler Fertigung.

3DN: Replique ist Ihrer Meinung nach die erste vollständig verschlüsselte Plattform für den 3D-Druck. Können Sie uns sagen, wie sie funktioniert?

Aus unseren Gesprächen mit OEMs und Kunden wissen wir, dass Datensicherheit und Qualitätssicherung die beiden wichtigsten Bereiche für jeden sind, der mit externen Partnern produzieren möchte. Deshalb ist die Verschlüsselung aller Daten auf unserer Plattform ein wesentliches Merkmal unseres Geschäftsmodells. Für uns beginnt der Prozess mit der Qualifizierung der 3D-druckbaren Teile, da dies die erste Voraussetzung für qualitativ hochwertige Ausdrucke ist. Dazu gehören die Material- und Technologieauswahl sowie die Festlegung der Produktionsparameter entsprechend den Anforderungen des Teils. Die qualifizierten Bauteildesigns mit gesicherten Produktionsparametern legen wir dann in unserem digitalen Bestand ab.

Hier kommt unsere Verschlüsselung ins Spiel: Sobald ein Teil von einem Kunden bestellt wird, werden die gesicherten Produktionsinformationen, einschließlich der gewünschten Bestellmenge, an den richtigen Druckereipartner in unserem globalen Netzwerk gesendet. Auf diese Weise werden die Teile nur in der gewünschten Menge und Qualität gedruckt. Als Teil unserer Qualitätssicherung haben wir außerdem einen automatisierten Prozess zur Qualitätsdokumentation, bei dem die endgültigen Produktionsinformationen, einschließlich eines Analysezertifikats, mit dem produzierten Teil verknüpft und in der Replique-Plattform gespeichert werden.

3DN: Wie wichtig ist eine solche End-to-End-Lösung für den industriellen 3D-Druck?

Um die hohe Qualität der 3D-gedruckten Teile zu gewährleisten, müssen Unternehmen, die mit Servicebüros zusammenarbeiten, die besten Partner an jedem Produktionsstandort und für jede Material-Technologien-Kombination kennen. Wenn man sich die verschiedenen Möglichkeiten des 3D-Drucks vor Augen führt, wird klar, dass dies eine fast unlösbare Aufgabe ist. Stellen Sie sich einfach diese Gleichung vor: Die Anzahl der verschiedenen AM-Optionen = Die Anzahl der Druckerhersteller x Technologien x Materialien x Standorte. Die Möglichkeiten scheinen endlos zu sein.

Replique ist eine einfach zu bedienende 3D-Druckplattform für Unternehmen wie Miele

Als Plattform wissen wir mehr über die verschiedenen Materialien, Drucker, Partner und Anwendungsfälle, als es ein Einzelner könnte. Wir kennen die besten Lieferanten und Spezialisten und können unseren Kunden über unser weltweites Netzwerk einen schnellen Zugang zu allen gängigen additiven Fertigungstechnologien und Materialien bieten. Unsere Qualifizierungsdienste stellen sicher, dass die Entwürfe in qualitativ hochwertige gedruckte Teile umgesetzt werden. Dabei profitieren wir von unserer Erfahrung bei BASF in der Herstellung und Belieferung von OEMs in verschiedenen Branchen. Darüber hinaus haben wir erst kürzlich unser vertrauenswürdiges Materialpartnernetzwerk ins Leben gerufen, um den industriellen 3D-Druck mit maßgeschneiderten und erstklassigen Materiallösungen weiter zu beschleunigen. Unser digitales Inventar kann als Schnittstelle zwischen Produktionspartnern und Kunden betrachtet werden. Vor allem wenn es mit Geschäftsprozessen wie ERP und Webshops verbunden ist, ermöglicht es einen bequemeren Bestellprozess.

3DN: Sie konzentrieren sich besonders auf die Herstellung von Ersatzteilen, warum? Und wie findet der 3D-Drucks einen Einsatz bei der Herstellung von Ersatzteilen?

Jeder Ersatzteilmanager kennt die Herausforderung. Mit jeder neuen Produktlinie steigt die Anzahl der verschiedenen Ersatzteile im Laufe der Jahre – vor allem in Branchen, in denen Maschinen mehr als 15 Jahre im Einsatz sind, z. B. Maschinenbau, Transportwesen, Landwirtschaft und Bauwesen. Die Sicherstellung der Ersatzteilverfügbarkeit wird komplex. Die Bevorratung aller Teile führt zu enormen Lagerkosten und birgt das Risiko der Veralterung. Ist ein Teil jedoch nicht verfügbar, führt dies zu hohen Kosten bei der Beschaffung aufgrund von Faktoren wie hohen Mindestbestellmengen und Expresslieferungen. Bei kritischen Ersatzteilen ist es noch schlimmer: Die Lieferzeiten können enorm sein.

Dezentrales 3D-Drucken in Kombination mit einer digitalen Lagerhaltung kann diese Herausforderungen lösen. Ersatzteile sind jederzeit verfügbar und können auf Abruf produziert werden, wo immer sie benötigt werden. Das senkt die Kosten und erhöht gleichzeitig die Kundenzufriedenheit – ein Gewinn für OEMs und Endkunden.

Replique kümmert sich um den Prozess einschließlich des Drucks, um hochwertige, optimierte Teile für seine Kunden herzustellen

3DN: Gibt es noch andere Anwendungen, die Sie im Auge haben? Falls ja, welche?

Es sind nicht nur bestehende Teile, die mit dem 3D-Druck hergestellt werden können, die Technologien ermöglichen auch mehr Innovationen in der Industrie. Im Moment sehen wir ein steigendes Interesse an der industriellen Produktion neuer Teile mit Hilfe des 3D-Drucks, zum Beispiel für die Einführung von neuem Zubehör. In der traditionellen Fertigung ist die Produktion von Kleinserien mit hohen Kosten und Risiken verbunden, z. B. durch den Bedarf an teuren Werkzeugen und Gussformen. Mit dem 3D-Druck ermöglichen wir es OEMs, Teile ab einer Losgröße von nur einem Stück kosteneffizient zu produzieren, und zwar mit nahezu null Fixkosten, da keine Werkzeuge oder Mindestbestellmengen erforderlich sind.

Einer unserer Kunden, der deutsche Haushaltsgerätehersteller Miele, ist ein gutes Beispiel aus der Konsumgüterbranche. Das Unternehmen nutzt unsere Plattform, um Kunden schnell und kostengünstig neues Zubehör zur Verfügung zu stellen. Die vollständige Integration unserer Plattform in den Online-Shop hat die Umstellung auf dezentrale Fertigung ermöglicht.

3DN: Haben Sie noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?

Lassen Sie sich nicht von der Menge der verschiedenen Dienstleistungsunternehmen und Technologie-Material-Kombinationen auf dem 3D-Druckmarkt überwältigen. Fangen Sie klein an und skalieren Sie dann schnell. Haben Sie ein Teil, bei dem Sie denken, dass der 3D-Druck eine Lösung sein könnte? Kommen Sie zu uns und wir helfen Ihnen, Ihre Idee in die Realität umzusetzen. Sobald der erste Schritt getan ist, bekommen Sie ein Gefühl für die Technologie und viele weitere Teile können folgen. Ihre Reise zu einer vollständig digitalisierten Lieferkette mit 3D-Druck hat begonnen. Weitere Informationen finden Sie in dem Video unten oder auf unserer Website HIER.

Was ist Ihre Meinung dazu? Lassen Sie uns zu diesem Thema gerne einen Kommentar da oder teilen Sie es uns auf FacebookTwitterLinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter!

*Alle Bildnachweise: Replique

Teilen Sie Ihre Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

de_DEen_USes_ESfr_FRit_IT
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Erhalten Sie jeden Mittwoch eine Zusammenfassung der neusten News rund um den 3D-Druck

3Dnatives is also available in english

switch to

No thanks