3Dnatives Lab: Der KI-Modell-Editor Meshy Edit für den 3D-Druck im Test

Im September haben wir Meshy 7.1 im 3Dnatives Lab getestet. Dabei wurde untersucht, was der Slicer tatsächlich erhält, wenn ein Foto in ein 3D-Modell umgewandelt wird. Bei einfachen Objekten hielt Meshy, was es versprach; jede von der Kamera nicht erfasste Oberfläche basierte jedoch auf Schätzungen. Der Ligier JS2 R überzeugte zwar, wies aber Heckflügelhalterungen und Spiegelstiele von etwa einem Millimeter Dicke auf. Die Jacob & Co. Astronomia wurde mit einer von Meshy erfundenen Bandschlaufe und Schnalle generiert. Der Kathedrale von Le Mans fehlte das Kirchenschiff. Damals bestand die einzige Möglichkeit zur Änderung eines Bauteils darin, das gesamte Modell neu zu generieren und auf ein besseres Ergebnis zu hoffen. Eine solche Neugenerierung verändert jedoch alles, auch die Teile des Modells, mit denen man bereits zufrieden war.
Meshy Edit wurde am 16. Oktober 2026 vorgestellt und verspricht genau das Gegenteil. Der Anwender kreist den zu ändernden Bereich ein, beschreibt die Anpassung in einem Satz und erhält etwa eine Minute später eine neue Version des Modells, bei der nur dieses spezielle Bauteil modifiziert wurde. Gerade für den 3D-Druck ist diese Funktion besonders relevant: Wenn eine bereits im Slicer vorbereitete und skalierte Figur nur eine einzige Anpassung benötigt, möchte man nicht das gesamte Modell neu generieren müssen.
Deshalb haben wir Meshy Edit erneut im Lab getestet, um eine konkrete Frage zu beantworten: Lässt sich ein fehlerhaftes Bauteil eines Modells mit Edit korrigieren, ohne den Rest zu verändern? Insgesamt wurden 36 Bearbeitungen an 11 Modellen durchgeführt. Die Auswahl reichte von Meshys eigenen Vorführbeispielen über unser Maskottchen Leo und die Modelle aus dem September-Test bis hin zu einer Figur und einer Serie von Leo-Sammelobjekten. Jedes Ergebnis wurde mit dem jeweiligen Ausgangsmodell verglichen und vermessen.
1. Einstieg, Credits und technische Grenzen
Edit befindet sich in der Werkzeugleiste unter der 3D-Modellansicht. Zusätzlich ist die Funktion im Print-Arbeitsbereich im Bereich „Post-Processing“ verfügbar. Laut Meshy steht die Funktion jedem registrierten Nutzer zur Verfügung, unabhängig von einem kostenpflichtigen Abonnement. Eine API soll Anfang Dezember 2026 folgen. Jede Bearbeitung kostet 20 Credits, im Vergleich zu 25 Credits für eine Neugenerierung in Ultra 2K. Schlägt eine Bearbeitung fehl, werden die Credits automatisch zurückerstattet – in unserem Test war das dreimal der Fall.
Laut Meshys Hilfe-Center funktioniert Edit bei Modellen, die mit Meshy 6 oder Meshy 7.1 in einer Auflösung von maximal Ultra 2K generiert wurden. Nicht unterstützt werden Modelle in Ultra 4K oder Low Poly sowie hochgeladene, aufgeteilte, geriggte oder animierte Modelle. Zwei dieser Einschränkungen ließen sich im Test bestätigen. Bei einem Ultra-4K-Modell ist die Edit-Schaltfläche ausgegraut. Auch bei einem hochgeladenen Modell ist sie deaktiviert und ohne Funktion. Texturierte Modelle lassen sich in Edit öffnen, allerdings mit dem Hinweis, dass die Bearbeitung an der untexturierten Version vorgenommen wird und die Textur dabei verloren geht.

Bei einem Ultra-4K-Modell ist die Edit-Schaltfläche ausgegraut: „4K Ultra models can’t be edited yet“.
2. Das Werkzeug
Edit öffnet das Modell in einem Bearbeitungsmodus, der zwei Auswahlwerkzeuge bietet. Mit dem Lasso lässt sich eine geschlossene Auswahl auf dem Bildschirm zeichnen, die alle darin liegenden Bereiche des Modells erfasst – auch auf der Rückseite. Das Einkreisen einer Hand von vorne erfasst somit auch den Handrücken. Mit dem Pinsel (Brush) lässt sich die Auswahl direkt auf die Oberfläche auftragen. Zwei Radierwerkzeuge ermöglichen es, einzelne Bereiche wieder aus der Auswahl zu entfernen. Ein Hinweis auf dem Bildschirm fasst die Empfehlung von Meshy zusammen: Eine großzügige Auswahl funktioniert besser als eine zu knappe.
Anschließend wird die gewünschte Änderung in einem einfachen Satz formuliert; bei Bedarf lassen sich bis zu fünf Referenzbilder hinzufügen. Über die Schaltfläche „Retry“ lässt sich die Bearbeitung mit derselben Auswahl und demselben Prompt wiederholen. Meshy weist darauf hin, dass die Ergebnisse variieren können, dass das Entfernen von Elementen schwieriger ist als das Hinzufügen und dass am Körper getragene Accessoires die zuverlässigsten Ergebnisse liefern. Da jede Bearbeitung ein neues Modell erzeugt, bleibt das Original in der Bibliothek erhalten. Dadurch lässt sich auch eine bereits bearbeitete Version erneut modifizieren – eine Eigenschaft, die sich im Test als äußerst nützlich erwies.

Der Bearbeitungsmodus: eine Lasso-Auswahl um Leos Kopf mit dem darunterliegenden Prompt.
3. Testmethodik
Die Modelle aus dem September-Test wurden anhand derselben Ausgangsbilder und mit identischen Einstellungen (Image-to-3D, Meshy 7.1, Ultra 2K, keine Textur) neu generiert. Ergänzt wurden diese durch einen mit Meshy 6 erstellten Leo sowie eine gepanzerte Figur. Um die Marketing-Beispiele von Meshy nachzustellen, wurden zudem vier Modelle aus Bildern erstellt, die mit dem hauseigenen Bildgenerator von Meshy generiert worden waren. Für jede Bearbeitung speicherten wir die Auswahl, luden das Ergebnis als 3MF-Datei herunter und dokumentierten die Bearbeitungszeit sowie den Credit-Verbrauch.
Meshy exportiert jede 3MF-Datei mit derselben Höhe (standardmäßig 50 mm). Um eine bearbeitete Version mit dem Original zu vergleichen, wurden die beiden 3D-Netze zunächst ausgerichtet. Anschließend wurde gemessen, welcher Anteil der ursprünglichen Oberfläche höchstens 0,25 mm von der bearbeiteten Version entfernt war – was ungefähr einer FDM-Schicht entspricht. Da sich der bearbeitete Bereich erwartungsgemäß verändert, fällt dieser Wert bei größeren Änderungen entsprechend niedriger aus. Zur Kontrolle wurde Leo aus demselben Bild komplett neu generiert: Hier blieben nur 32 % der Oberfläche innerhalb des 0,25-mm-Toleranzbereichs; beim Ligier waren es 22 %. Die meisten der erfolgreichen Bearbeitungen im Test erhielten hingegen zwischen 88 % und 97 % der ursprünglichen Geometrie.
4. Die Testergebnisse
Beispiele von Meshy
Wir begannen den Test mit den Beispielen des Herstellers. Das Visual zur Markteinführung zeigt eine Piratenbüste mit dem Prompt „Remove the hat“. In einem Teaser-Video erhält eine sitzende Statue Schneestiefel, während die Frucht eines Wasserschweins zu einer Krone wird. Im Tutorial wird die Funktion anhand eines Cartoon-Entdeckers vorgestellt. Für den Test wurden eigene Versionen dieser vier Modelle erstellt und mit den originalen Meshy-Prompts bearbeitet.
Bei dieser Art von Modellen liefert Edit die von Meshy beworbenen Ergebnisse. Der Prompt „Replace the bare feet with snow boots“ stattete die Statue mit gepolsterten Schneestiefeln aus. „Replace the orange with a crown“ erzeugte eine detaillierte Krone auf einem ansonsten unveränderten Wasserschwein, wobei 97 % der Oberfläche intakt blieben. Beim Entdecker sorgte „Add round glasses“ für ein Brillengestell, durch dessen Gläser die Augen weiterhin sichtbar waren. „Replace the boots with sneakers“ stattete die Figur mit geschnürten Halbschuhen aus.

Die Beispiele von Meshy im Vorher-Nachher-Vergleich: Schneestiefel für die Statue, eine Krone für das Wasserschwein.
Auch „Remove the hat“ funktionierte: Der Dreispitz verschwand, und Meshy ergänzte stattdessen lange Haare und ein selbst generiertes Bandana. Gesicht, Bart und Halsketten blieben dabei exakt an ihrem Platz. Dies war jedoch das einzige erfolgreiche Entfernen eines Objekts in der gesamten Testreihe. „Remove the backpack and its straps“ funktionierte nur teilweise, da die Träger auf den Schultern verblieben. Der Befehl „Add a wide-brim explorer hat“ schlug beim ersten Versuch komplett fehl und lieferte beim zweiten Durchlauf lediglich eine flache, dünne Krempe. Edit spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn ein Bauteil durch ein anderes mit ähnlicher Größe und an derselben Position ersetzt wird – alle von Meshy präsentierten Beispiele zeigen genau solche Anwendungsfälle.

Die Piratenbüste ohne Hut und der Entdecker mit runder Brille.
Leo, das Maskottchen von 3Dnatives
Leo, eine rundliche, winkende Figur, entspricht weitgehend dem Modelltyp, für den Meshy den Einsatz von Edit empfiehlt. Wir markierten die Oberseite seines Kopfes und forderten „a classic cone-shaped party hat on top of the head, slightly tilted, with a thick rim“. Circa eine Minute später trug Leo einen Hut, sein Gesicht blieb unverändert und 94 % der ursprünglichen Oberfläche blieben erhalten. Der Hut glich jedoch eher einem Eimer mit flacher Oberseite als einem Kegel. Derselbe Prompt wurde noch zweimal ausgeführt: Der zweite Durchlauf lieferte lediglich eine kleine Locke ohne Hut, kostete aber trotzdem 20 Credits, als wäre die Bearbeitung erfolgreich gewesen. Der dritte Versuch erzeugte einen hohlen, geneigten Eimer. Im Laufe des gesamten Tests forderten wir viermal einen hohen, spitzen Hut an – das gewünschte Ergebnis blieb stets aus. Niedrige, breite Accessoires funktionierten deutlich besser.

Derselbe Prompt für den Partyhut in drei Durchläufen: ein Eimer, eine Locke und ein hohler Eimer.
Die Umwandlung des ersten eimerförmigen Huts in eine Baseballkappe gehörte zu den gelungensten Bearbeitungen des Tests. Ein Schwimmring um die Taille wirkte ebenfalls überzeugend, auch wenn Leos untere Hälfte dadurch etwas gedrungener wirkte. Eine Sonnenbrille funktionierte zwar, allerdings zeichnete Meshy die darunterliegenden Augen neu, und bei einer eng gefassten Markierung ragten die Brillenbügel über den Auswahlbereich hinaus. Kleidung erwies sich als klarer Fehlschlag: Auf die Anfrage nach einem Hawaiihemd zog Edit das Hemd wie eine Kapuze über Leos Kopf, löschte sein linkes Auge und verwandelte seine Hand in einen Stumpf. Dabei blieben lediglich 28 % der ursprünglichen Oberfläche erhalten. Je größer der ausgewählte Bereich, desto mehr Teile des Modells zeichnet Edit neu.

Eine Kappe aus dem ersten Hut, der Schwimmring und das Hawaiihemd, das Leo ein Auge und eine Hand kostete.
Reparatur der September-Modelle
Die Modelle aus dem September-Test sind für den 3D-Druck besonders interessant: Sie waren bereits weitgehend gelungen, wiesen jedoch einzelne Bauteile auf, die korrigiert werden mussten. Beim Ligier JS2 R forderten wir stabile Seitenspiegel mit dickeren Halterungen an. Das Ergebnis entsprach exakt der Vorgabe: 93 % des Fahrzeugs blieben unverändert und 99,7 % der Geometrie lagen innerhalb einer Toleranz von einem Millimeter. Dickere Heckflügelhalterungen funktionierten hingegen weniger gut: Zwar wurden die Halterungen massiver, doch der Flügel selbst verwandelte sich in klobige Blöcke. Ein positiver Nebeneffekt fiel dennoch auf: Der Ligier, der für diesen Test neu generiert worden war, bestand ursprünglich aus 11 getrennten Körpern (Shells). Beide bearbeiteten Versionen wurden stattdessen als ein einziger Körper exportiert.

Der Spiegel des Ligier vor und nach der Bearbeitung.
Der Versuch, das von Meshy frei erfundene Armband an der Jacob & Co. zu entfernen, schlug zweimal fehl. Beim ersten Ansatz wurde lediglich ein kürzeres Armband neu gezeichnet. Der zweite Versuch hüllte die Uhr in eine zerrissene, von Löchern durchsetzte Hülle und vervierfachte die Anzahl der Dreiecke auf 4,3 Millionen, während Meshys Druckbarkeitsprüfung weiterhin einen grünen Haken anzeigte.

Die Jacob & Co. vor und nach dem zweiten Versuch, das Armband zu entfernen.
Bei der Kathedrale sollte im Westen das lange Kirchenschiff hinzugefügt werden. Edit konstruierte stattdessen einen hohen gotischen Block mit einem Rundturm. Der Chor blieb zwar unberührt, doch die Grundform des Gebäudes stimmte weiterhin nicht. Bei der Seiko-Uhr, bei der Meshy im September Unterarm und Hand zusammen mit der Uhr modelliert hatte, scheiterten beide Entfernungsversuche mit der Meldung „Editing failed, credits refunded“. Meshy weist darauf hin, dass für das Entfernen von Objekten oft mehrere Anläufe nötig sind. Bei unseren Tests gelang das Entfernen von Elementen aus komplexen Modellen oder größeren Bauteilen jedoch kein einziges Mal.

Die Kathedrale vor und nach der Bearbeitung: ein neuer Block an der Stelle, wo das Kirchenschiff sein sollte.
Eine Figur und eine Serie von Sammelobjekten
Meshy bewirbt Edit insbesondere für Figuren, bei denen Pose und Gesicht bereits stimmen, aber ein einzelnes Bauteil noch angepasst werden muss. Im Test wurde eine gepanzerte Figur mit einem Gewehr generiert. Ausschließlich das Gewehr wurde markiert und als Änderung ein kurzes Sci-Fi-Schwert in derselben Hand vorgegeben. Das Schwert erschien in derselben Hand, während Helm, Pose und Sockel unverändert blieben. 97 % der Oberfläche lagen weiterhin innerhalb der 0,25-mm-Toleranz. Das Schwert fiel zwar eher lang als kurz aus, doch dies ist exakt der von Meshy beschriebene Anwendungsfall – und es funktionierte.

Die gepanzerte Figur im Vorher-Nachher-Vergleich: Das Gewehr wurde zum Schwert, der Rest blieb unverändert.
Anschließend erstellten wir, wie es auch Fans tun könnten, aus demselben Ausgangsmodell eine Serie von Leo-Sammelfiguren – ausschließlich mithilfe von Text-Prompts. Das beste Ergebnis lieferte Leo, der an einem Laptop tippt: Dafür wurden beide Arme und der Bauch markiert, woraufhin Edit die Pose änderte und die Hände auf die Tasten legte. Der Eishockeyhelm und der Halloween-Kürbiskorb waren ebenfalls gut gelungen, auch wenn der Schläger und der Korb jeweils in der anderen Hand landeten als vorgesehen. Der WM-Ball ersetzte die winkende Hand, die Rollschuhe kamen hingegen ohne Räder, und das Heben der Arme gelang erst, als auch der Freiraum über dem Kopf markiert wurde, in den sich die Hände bewegen sollten.
Jede Variante behielt zwischen 88 % und 97 % von Leos ursprünglicher Oberfläche. Leo blieb stets unverkennbar Leo – das entscheidende Kriterium für eine Sammelserie. Daraus ergaben sich zwei zentrale Erkenntnisse: Nicht nur das zu ersetzende Element sollte markiert werden, sondern auch der Bereich, in dem das neue Bauteil entstehen soll. Zudem empfiehlt es sich, eine Variante in zwei oder drei kleinen Bearbeitungsschritten aufzubauen statt in einer einzigen großen Modifikation.

Sechs Leo-Sammelobjekte aus einem einzigen Modell: Laptop, Eishockey, Halloween, WM, Rollschuhe und erhobene Arme.
Bearbeiten oder neu generieren?
Um zu sehen, welchen Mehrwert Edit bietet, wurde derselbe Partyhut auf zwei anderen Wegen angefordert. Meshys 3D-Agent erstellte zunächst ein neues Konzeptbild (12 Credits) und anschließend ein neues Modell (30 Credits): Der Hut hatte die gewünschte Kegelform, allerdings war auch der restliche Leo vollständig neu generiert worden. Die Funktion Text-to-3D, die Meshy laut einer Ankündigung vom 31. Oktober in den Agent integrieren wollte, lieferte einen spitzen Hut auf einem komplett anderen Charakter. Wenn ein anderes Objekt gewünscht ist, bietet sich eine Neugenerierung an. Soll hingegen ein bestehendes Objekt gezielt verändert werden, ist Edit das einzige der drei getesteten Werkzeuge, das die ursprüngliche Geometrie weitgehend erhält.

Unser Leo, die Version des 3D-Agent und der Charakter aus Text-to-3D – bei allen dreien wurde nach demselben Partyhut gefragt.
| Modell | Geforderte Änderung | Ergebnis | Anteil der ursprünglichen Oberfläche innerhalb von 0,25 mm |
| Wasserschwein | Orange durch Krone ersetzen | Detaillierte Krone, Rest unverändert | 97% |
| Gepanzerte Figur | Gewehr durch kurzes Schwert ersetzen | Schwert in derselben Hand | 97% |
| Entdecker | Runde Brille hinzufügen | Brille hinzugefügt, Augen weiterhin sichtbar | 96% |
| Leo | Spitzer Partyhut | Eimerförmiger Hut statt Kegelform | 94% |
| Ligier JS2 R | Massive Seitenspiegel | Spiegel auf dickem Stiel | 93% |
| Entdecker | Stiefel zu Sneakern | Geschnürte Sneaker | 92% |
| Sitzende Statue | Nackte Füße zu Schneestiefeln | Gefütterte Schneestiefel | 82% |
| Piratenbüste | Hut entfernen | Hut entfernt, Bandana hinzugefügt | 77% |
| Leo | Schwimmring | Schwimmring an der Taille, Körper gedrungener | 70% |
| Entdecker | Rucksack entfernen | Rucksack weg, Träger übrig | 69% |
| Leo | Hawaiihemd | Kapuze statt Hemd, ein Auge fehlt, Hand verformt | 28% |
| Leo (Kontrollversuch) | Dasselbe Bild neu generiert | Ein anderer Leo | 32% |
Anteil der ursprünglichen Oberfläche, der nach der Bearbeitung höchstens 0,25 mm von der neuen Geometrie abweicht. Dargestellt ist eine Auswahl der insgesamt 36 durchgeführten Bearbeitungen. Eine einfache Neugenerierung aus demselben Bild dient als Kontrolle.
5. Vom Modell zum 3D-Druck
Der erste Aspekt betrifft die Größe. Meshy exportiert jedes Modell mit einer festgelegten Höhe. Standardmäßig beträgt diese 50 mm. Alternativ lässt sich unter „Resize“ in den Download-Einstellungen eine eigene Höhe festlegen. Wenn eine Bearbeitung die Gesamthöhe vergrößert, wird das gesamte Modell herunterskaliert, um in diesen Rahmen zu passen. Nach dem Hinzufügen des Partyhuts war Leos Körper dadurch 7 % kleiner. Die Zielhöhe sollte daher stets mit Blick auf das neue Bauteil festgelegt oder anschließend im Slicer neu skaliert werden.
Der zweite Aspekt betrifft separate Bauteile. Neu hinzugefügte Accessoires werden oft als separate Shells exportiert: Der Partyhut bildete einen eigenen Körper, der Eishockey-Leo bestand aus neun und der Laptop-Leo aus 18 separaten Körpern. Bei der Variante mit erhobenen Armen schwebte zudem ein Arm frei in der Luft. Slicer führen überlappende Shells in der Regel zusammen. Ein nicht verbundenes Bauteil kann sich beim Drucken jedoch lösen; prüfen Sie daher die Objektliste vor dem Druck.
Der dritte Faktor ist die Dateigröße. Jede Bearbeitung fügt dem Netz weitere Dreiecke hinzu: Unser neu generierter Leo wuchs nach zwei Hut-Bearbeitungen von 300.000 auf 730.000 Dreiecke an, und die Jacob & Co. erreichte 4,3 Millionen. Da die Druckbarkeitsprüfung von Meshy bei allen bearbeiteten Modellen einen grünen Haken anzeigte – selbst bei dem völlig zerrissenen 3D-Netz –, sollte man sich auf diese Anzeige allein keinesfalls verlassen.
Fazit
Vorteile:
- Bei gelungenen Bearbeitungen bleiben 88 % bis 97 % der ursprünglichen Oberfläche erhalten.
- Der Austausch von Bauteilen ähnlicher Größe gelingt häufig bereits beim ersten Versuch – beispielsweise bei Stiefeln, Kronen, Kappen oder einem Schwert.
- Jede Bearbeitung erzeugt eine neue Version; das Original geht nicht verloren und Modifikationen lassen sich kombinieren.
- Bei fehlgeschlagenen Bearbeitungen werden die Credits zurückerstattet. Zudem kostet eine Bearbeitung weniger als eine Neugenerierung.
Nachteile:
- Hohe, spitze Formen, großflächige Kleidungsänderungen und das Entfernen von Elementen aus komplexen Modellen gelingen meist nicht.
- Ein und derselbe Prompt kann drei verschiedene Ergebnisse liefern; jeder erneute Versuch kostet 20 Credits.
- Hinzugefügte Bauteile werden oft als separate Körper exportiert. Bearbeitungen, die die Modellhöhe vergrößern, lassen das restliche Modell beim Export schrumpfen.
- Ultra-4K- und hochgeladene Modelle können nicht bearbeitet werden; texturierte Modelle verlieren ihre Textur.
Meshy Edit hält sein zentrales Versprechen. Bei einer gelungenen Bearbeitung weicht der Großteil der ursprünglichen Modelloberfläche um weniger als einen Viertelmillimeter vom Original ab, während bei einer Neugenerierung aus demselben Bild lediglich zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Geometrie erhalten bleibt. Der Austausch von Bauteilen ähnlicher Größe erwies sich als der zuverlässigste Anwendungsfall: Stiefel, Sneaker, eine Krone, eine Kappe, Brillen, der Tausch eines Gewehrs gegen ein Schwert oder stabilere Seitenspiegel.
Die Grenzen des Werkzeugs wurden ebenfalls deutlich: Großflächige Kleidungsänderungen, hohe, spitze Formen und das Entfernen von Elementen aus komplexen Modellen funktionierten in unseren Tests nicht. Da derselbe Prompt drei unterschiedliche Ergebnisse liefern kann, sollten zusätzliche Versuche eingeplant werden. Edit ist kein CAD-Ersatz für funktionale Bauteile und rettet auch kein Modell, dessen Grundform bereits falsch ist – wie das Beispiel der Kathedrale zeigte.
Für Hobbyanwender, kleine Unternehmen und alle, die verschiedene Varianten einer bereits gelungenen Figur erstellen möchten, bietet Edit die Möglichkeit, einzelne Bauteile gezielt anzupassen, ohne das gesamte Modell neu generieren zu müssen. Prüfen Sie die Datei jedoch vor dem Druck: Edit ändert zwar das angeforderte Bauteil, manchmal jedoch auch die Größe und die Anzahl der Körper. Weitere Informationen zu Meshy Edit finden Sie auf der Website des Unternehmens HIER.












