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3D-Modell trägt zur lebensrettenden OP für 2-Jährigen bei

Am 24. Mai 2018 von Kathrin J. veröffentlicht
3D-Modell einer Niere

In London wurde gerade erfolgreich eine lebensrettende Operation an einem 2-jährigen Jungen durchgeführt. Dies wäre ohne die 3D-Technologie vielleicht nicht gelungen, denn mit Hilfe von 3D-Druck hat das Chirurgen Team von der  Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust vor der Operation einen 3D-Scan und anschließend ein 3D-gedrucktes Modell von dem Abdomen des Jungen gefertigt. Dies war notwendig, um sich in der Entscheidung der Transplantation von einem Kleinkind in diesem Alter überhaupt erst sicher sein zu können und um sich danach optimal auf die komplizierte Operation vorbereiten zu können.

Der 3D-Druck hat sich in der Medizin als eine sehr nützliche Technologie etabliert, die für die unterschiedlichsten Anwendungen dient. Von der Arbeit am 3D-Biodruck zur Herstellung menschlicher Organe, über 3D-Scans zum Kampf gegen Brustkrebs bis hin zu einer Vielzahl verschiedener 3D-gedruckten Prothesen hat der 3D-Druck bereits beeindruckende Entwicklungen und Fortschritte im Bereich der Medizin erzielt. Erst vor wenigen Wochen ging im Zuge dessen auch die Meldung über den 10-jährigen Feng Chuanzhong um die Welt, bei dem in einer Operation nach einer schweren Tumorerkrankung weltweit erstmals ein 3D-gedrucktes Implantat des Unterkiefers eingesetzt wurde. Nun konnte dank der 3D-Technologie und den Chirurgen des Guy’s at St Thomas´NHS Foundation Trust in London auch das Leben des kleinen Dexter Clark gerettet werden.

3D-Modell einer Niere

Das 3D-gedruckte Modell, durch welches die komplizierte Transplantation erst möglich gemacht wurde.

Vom 3D-Scan über 3D-Modell bis hin zur lebensrettenden Operation

Der kleine Dexter ist mit einem schweren Nierenleiden geboren worden und konnte aufgrund dessen Nahrung nur durch eine Sonde aufnehmen. Der 2-jährige wog trotzdem weniger als 10 Kilo, was deutlich unter dem Durchschnittsgewicht von 11,5 Kilo in diesem Alter liegt. Der zarte Körper des Jungen bereitete auch den Chirurgen Kopfzerbrechen bezüglich der anstehenden Nierentransplantation, da die von Dexters Vater gespendete Niere natürlich viel zu groß für das kleine Abdomen des Kindes war. Um die Machbarkeit dieser Transplantation zu testen, hat das Chirurgen Team des Londoner Krankenhauses sich dann der 3D-Technologie bedient.

Pankaj Chandak, Assistenzarzt bei Guy’s und St. Thomas ‚NHS Foundation Trust, sagte: „Die Fähigkeit, ein 3D-Modell der Anatomie des Patienten in verschiedenen Texturen zu drucken, wobei zudem die Feinheiten der Blutgefäße deutlich sichtbar sind, ermöglicht es uns kritische anatomische Beziehungen zwischen Strukturen differenziert zu betrachten. Die flexiblen Materialien erlaubten uns auch, die Flexibilität von Organen innerhalb des Abdomens zur Simulation der chirurgischen Umgebung besser nachzuahmen.

3D-Modell einer Niere

Das Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust Krankehaus in London

„Diese Technologie hat das Potenzial, unseren Entscheidungsprozess sowohl während der präoperativen Planung als auch im Operationssaal wirklich zu verbessern und zu unterstützen und kann daher zur Sicherheit von sehr komplexen Operationen helfen und unsere Patientenversorgung verbessern“, ergänzt der Assistenzarzt des Krankenhauses.

Innovatives Verfahren mit 3D-Drucker von Stratasys

Normalerweise ist zum Treffen von Entscheidungen über so komplexe Operationen eine vorherige Untersuchung unter Vollnarkose des Patienten oftmals auch in Verbindung mit einem invasiven chirurgischen Eingriff unerlässlich. Aber durch das bahnbrechende Verfahren des Ärzteteams vom Guy und St. Thomas ‚NHS Foundation Trust konnten 3D-Scans der Niere von Dexters Vater und Dexters Bauch erstellt werden, um anschließend zwei komplexe, patientenspezifische Modelle mit Hilfe des Multi-Material 3D-Druckers von Stratasys hergestellt und somit auf die traditionellen Voruntersuchungen verzichtet werden.

Emily Clark, Dexters Mutter äußerte sich wie folgt zu der Operation: „Seit der Transplantation ist Dexter ein veränderter Junge, der zum ersten Mal feste Nahrung zu sich nimmt. Wir wussten immer, dass die Operation kompliziert sein würde, aber zu wissen, dass die Chirurgen die Operation mit 3D-Modellen geplant hatten, die exakt der Anatomie meines Sohnes und meines Mannes entsprachen, war äußerst beruhigend. Wir hoffen, dass Dexters Fall anderen leidenden Familien die beruhigende Gewissheit geben wird, dass Spitzentechnologie wie der 3D-Druck Chirurgen dabei helfen kann, ihre Angehörigen besser zu behandeln.“

3D-Modell einer Niere

Vater und Sohn haben die Operationen beide gut überstanden

Wir können uns den Worten von Dexters Mutter nur anschließen und sind gespannt, was die Zukunft des 3D-Drucks in der Medizin bereithält. Noch mehr Informationen zu diesem ganz besonderen Einsatz von der 3D-Technologie finden Sie auf der offiziellen Webseite von Stratasys.

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