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3D-gedrucktes Gerüst als Ersatz für Brustimplantate

Am 5. August 2022 von Lisa S. veröffentlicht

Australischen Wissenschaftlern ist es gelungen, mithilfe additiver Fertigung Gerüste herzustellen, welche in Zukunft herkömmliche Brustimplantate aus Silikon ersetzten könnten. Das Gerüst ist wurde so konzipiert dass es wie ein herkömmliches Brustimplantat aussieht und besteht aus dem gleichen Material, welches für auflösbare Fäden verwendet wird. Die Studie befindet sich noch in einem frühen Stadium, aber das in Brisbane ansässige Forscherteam hofft, dass die neue Technologie eines Tages eine sicherere und natürlichere Alternative zu Silikonimplantaten bieten könnte. So könnten eines Tages die Brustrekonstruktion und die Schönheitschirurgie durch diese neuen Entwicklungen revolutioniert werden.

Nach erfolgreich absolvierten Tierversuchen wurde bereits die neue Technologie bereits bereits an einer Patientin erfolgreich angewendet. Wenn diese keine Komplikationen erleidet werden die Ärzte  den Testlauf auf 15 bis 20 ansonsten gesunde Personen ausdehnen. Die Patientin Moana Staunton kämpfte zuvor mit gesundheitlichen Komplikationen durch herkömmliche Brustimplantate aus Silikon. Seit der Operation sagt Frau Staunton, dass alle ihre seltsamen Krankheiten verschwunden sind und dass sie sich großartig fühlt.

„Meine Brust ist leicht und ich habe keinen Schwindel oder ähnliches mehr. Insgesamt war es eine ausgezeichnete, erstaunliche Erfahrung für mich.“

Die Technologie hinter den 3D-gedruckten Brustimplantaten

Tausende Australierinnen erhalten jedes Jahr Silikon-Brustimplantate, und viele Frauen müssen nach dem Eingriff Komplikationen oder Krankheiten erleiden. Das additiv gefertigte Gerüst soll in Zukunft dafür sorgen, dass Frauen nach Brustoperationen keine durch Silikonimplantate ausgelösten Komplikationen mehr erleiden müssen.

Das Gerüst wird von Chirurgen Brustbereich eingeführt. Es fungiert hierbei als ein Formgeber für die anschließende Injektion von Eigenfett. Das Netz sorgt dafür, das Fett an Ort und Stelle zu binden und hilft dem Körper zudem, neues Gewebe und Kollagen zu bilden, was dann in Zukunft verhindert dass das Fett wieder in den Körper aufgenommen wird, was bis jetzt ein ein häufig auftretendes Problem bei Fetttransplantation ist. Das Gerüst selbst löst sich binnen zwei Jahren nach dem Einsetzen vollständig auf. Ein Professor, der an dem Projekt mitarbeitet sagte zudem:

„Ich denke, es wird ein echter Wendepunkt für Frauen sein, die in Zukunft eine Behandlung benötigen. Und dann ein echter Wendepunkt für die Chirurgen, die diese Behandlung durchführen“

Abhilfe für Krebspatientinnen

Diese erste Phase der Studien am Menschen konzentriert sich auf Menschen mit fehlerhaften Brustimplantaten, die entfernt werden müssen. Professor Ung. sagt dass sie sie dabei entweder problematische Implantate  entfernen oder restaurieren, und diese durch die neuen Gerüste ersetzen was eine völlig andere Technologie sei.

Nachfolgende Studien sollen sich jedoch auf Frauen konzentrieren, die aufgrund von Krebs eine Brustoperation benötigen. Der offensichtliche langfristige Plan sei es, laut Ung. Frauen zu helfen, die Brustkrebs hatten und eine Mastektomie benötigen, da dies ein enormes klinisches Problem sei. Der Bedarf an dieser Art von Brustoperationen sei hoch und es gäbe nicht viele andere Optionen. Ärzte betonen jedoch, dass es noch ein langer Weg sei, bis sich die Gerüsttechnologie als sicher und wirksam erwiesen hat. Diese könnte jedoch sogar die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung des Implantats verringern. Die „Implantate“ müssten im Gegensatz zu Silikonimplantaten nicht ausgetauscht werden, da sie aus dem eigenen Körpergewebe der Patientinnen bestehen. Der plastische Chirurg Michael Wagels, welcher ein wichtiges Mitglied des Forschungsteams  ist sagt zudem dass:

„Wir versuchen, etwas zu erreichen, das so von Natur aus Teil des Patienten ist, dass es letztendlich verschwindet, und was übrig bleibt, ist der Patient selbst oder sein eigenes Gewebe“

Die Fetttransplantation oder das Einsetzen des Gerüsts in einen Bereich, der einer Strahlentherapie unterzogen wurde, sei jedoch viel schwieriger und müsse sorgfältig abgewogen werden, warnte warnt der Experte zudem.

Weitere Möglichkeiten für die Technologie

Die  maßgefertigten Gitternetze müssen zurzeit noch  in Deutschland hergestellt werden, da Australien über keine medizinische 3D-Druckanlage verfügt. Die Experten hoffen jedoch, dass sich das bald ändern wird und es die Möglichkeit geben wird, medizinischen Bedarf vor Ort zu Drucken. Diese neue Technologie könnte in Zukunft nicht nur Patientinnen mit Bedarf an Brustimplantaten helfen sondern auch noch in anderen Bereichen der Medizin Anwendung finden wie etwa bei verstecktem Halskrebs oder Kieferdefekten. Auch Menschen, welche in folge von Verkehrsunfällen Gewebe in ihren unteren Gliedmaßen oder anderen Körperteilen verloren haben könnte damit geholfen werden. Er sagt zudem dass:

Ein Kommentar

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  1. Gut zu wissen, dass der 3D-Druck auch für den Gerüstbau nützlich ist. Es ist schon verrückt, was alles damit möglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es zukünftig eine essenzielle Rolle spielen wird.

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