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COVID-19: 3D-gedruckter Adapter soll Mangel an Beatmungsgeräten beheben

Auf 8. April 2020 von Sandra S. veröffentlicht

Das belgische Unternehmen Materialise hat eine neue Lösung entwickelt, um mit der aktuellen Krisensituation im Rahmen von Covid-19 zu arbeiten: der Materialise NIP Connector ist ein 3D-gedruckter Adapter, der den Anschluss einer nicht-invasiven Beatmungsmaske (NIV), eines Filters und eines PEP-Ventils ermöglicht. Wenn diese drei Geräte kombiniert werden, können sie Sauerstoff abgeben und einen hohen Überdruck erzeugen, ohne dass ein Beatmungsgerät verwendet werden muss. Materialise liefert somit eine Notfalllösung für Krankenhäuser, die mit einem Mangel an Beatmungsgeräten konfrontiert sind: Der 3D-gedruckte Adapter ermöglicht die Konvertierung der in den Krankenhäusern ohnehin vorhandenen medizinischen Geräten, um auf den Notfall zu reagieren und Leben zu retten. Das Gesundheitspersonal kann so in kurzer Zeit eine nicht-invasive Beatmungsmethode schaffen.
Die Hersteller additiver Fertigungtechnologien suchen kontinuierlich nach Alternativen zu den mechanischen Beatmungsgeräten, die kritisch kranken Patienten bei der Beatmung unterstützen können. Entsprechend wurden verschiedene Aufrufe wie die Give a Breath Challenge des Fraunhofers und der Munich RE gestartet.

Der Mangel an Geräten ist stark zu spüren: das Unternehmen Materialise leistet seinen Beitrag, indem es den 3D-gedruckten Adapter anbietet. Ein kleines Instrument, mit dem drei Komponenten leicht zusammengesetzt werden können und das Sauerstoff liefert und gleichzeitig einen positiven Druck in der Lunge erzeugt. Mechanische Beatmungsgeräte könnten so bei Patienten, die sich in einem sehr kritischen Zustand befinden, schneller freigegeben werden. Das belgische Unternehmen hofft, diesen Verbinder bis Mitte April an viele Krankenhäuser zu liefern.

Bildnachweis: Materialise

3D-gedruckter Adapter

Materialises Priorität besteht darin, die Sicherheit aller zu gewährleisten – vom Pflegepersonals bis zum Patienten. Aus diesem Grund wurden viele Tests mit Hilfe von Pneumologen (Lungenfachärzten) und weiteren Spezialisten sowie Tests an gesunden Menschen durchgeführt. Professor Wilfried de Baker, ein Experte auf dem Gebiet der Pneumatik, erklärt, dass einer der Vorteile des Adapters darin bestehe, dass es keine Lücken gibt, durch die sich das Virus in seiner Umgebung verbreiten könne. Er sorgt zudem für den positiven Ausatmungsdruck, der Flüssigkeiten in die Lungen befördert und so die Aufnahme von Sauerstoff erleichtert. Der 3D-gedruckte Adapter wird mit Hilfe von Pulversintermaschinen gefertigt. Die Produktion soll in ISO 13485-zertifizierten Einrichtungen des Unternehmens in Belgien und Plymouth stattfinden.

Brigitte De Vet, stellvertretende Vorsitzende von Materialise Medical, fügt hinzu: „Der 3D-Druck spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die globale Coronavirus-Pandemie, indem er die Entwicklung innovativer Lösungen ermöglicht und diese sehr schnell weltweit verfügbar macht. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass die medizinischen Produkte, die wir auf den Markt bringen, sicher und wirksam sind. Materialise verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im zertifizierten medizinischen 3D-Druck, wodurch wir in der Lage sind, schnell und sicher gedruckte 3D-Geräte auf den Markt zu bringen“.

Bildnachweis: Materialise

Das belgische Unternehmen erklärt, dass es derzeit die behördliche Registrierung des Adapters in Europa und den Vereinigten Staaten forciert. Es führe zudem eine klinische Studie durch, um die klinischen Auswirkungen der Anwendung bei Covid-19-Patienten zu testen: Ergebnisse werden innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet. Weitere Informationen finden Sie hier.

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