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3D-gedruckte Medikamente: Merck und AMCM gehen Partnerschaft ein

Auf 5. März 2020 von Sandra S. veröffentlicht

Merck und AMCM sind eine Partnerschaft eingegangen, um 3D-gedruckte Medikamente auf den Markt zu bringen. Die Merck-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Darmstadt und ist eines der ältesten pharmazeutischen und chemischen Unternehmen der Welt. Merck hat AMCM, eine Tochtergesellschaft der EOS GmbH, beauftragt, Medikamentenrezepturen zu entwickeln, die mittels 3D-Druck druckbar sind. Ziel ist es, mit Hilfe des Selektives Lasersintern-Verfahrens auf den Patienten zugeschnittene Medikamente schneller und kostengünstiger zu gestalten.

Im medizinischen Bereich bietet die additive Fertigung einen Grad an Personalisierbarkeit, der durch bisherige Produktionsmethoden nur in wenigen Fällen erreicht wird. Diese Personalisierbarkeit ist besonders für den pharmazeutischen Bereich von Interesse, der Behandlungen auf bestimmte Patienten zuschneiden könnte, um sie besser behandeln zu können. Zudem könnten mehrere Medikamente in einer einzigen Tablette zusammengefasst werden, sodass Anwendern eine einfachere Einnahme möglich ist. Dies könnte besonders für Menschen, die mehrere Tabletten einnehmen müssen, eine Zeitersparnis bedeuten und auch das Vergessen einzelner Medikamente verhindern.

Bisher haben sich bereits FabRx und Aprecia dem Druck von Medikamenten angenommen. Merck wird nun mit seinem Partner AMCM (Additive Manufacturing Customized Machines), der, wie der Name schon sagt, maßgeschneiderte Industriemaschinen auf der Basis der Laser-Pulverbettsintertechnologie anbietet, in den Wettbewerb einsteigen.

In der ersten Phase der Partnerschaft werden verschiedene Medikamentenrezepturen 3D gedruckt und anschließend klinisch getestet. Dank des Schicht-für-Schicht-Verfahrens können die Forscher die Formulierung des Wirkstoffs einfach und bedarfsgerecht modifizieren, ohne dafür kostspielige und zeitintensive Neuformulierungen anstellen zu müssen. Die herkömmliche Tablettenherstellung umfasst mehrere Schritte: Vorbereitung des zu pressenden Pulvers, Granulierung des Pulvers, Pressung, Endbearbeitung und Verpackung. Mit der additiven Herstellung wird dieser Herstellungsprozess jedoch erheblich reduziert.

Isabel de Paoli, Chief Strategy Officer bei Merck, erklärt: „Unsere Partnerschaft mit AMCM/EOS wird die Tablettenproduktion revolutionieren. Es wird einen wichtigen Übergang zur Digitalisierung der Branche markieren. Unser Ziel ist es, die industrielle Anwendung dieser Technologie zu entwickeln, zunächst um klinische Versuche durchzuführen und sie dann in komplette digitale Lösungen im kommerziellen Maßstab zu integrieren„.

Oben: das traditionelle Tablettenherstellungsverfahren; unten: das 3D-Druckverfahren (Bildnachweis: Merck)

Das Innovationszentrum von Merck in Darmstadt wird dieses Projekt betreuen. Wenn die klinischen Studien erfolgreich sind, hoffen beide Partner, eine kommerzielle Herstellung anbieten zu können und einen viel breiteren Markt anzusprechen. Darüber hinaus wollen AMCM und Merck eine lokalere und flexiblere Produktion fördern, bei der sie sehr schnell auf die spezifischen Bedürfnisse eines Patienten reagieren könnten. Ein Modell, das auch nachhaltiger wäre, da es von allen logistischen Fragen befreit wäre. Marie Langer, CEO von EOS, schließt: „Wir freuen uns, Merck bei seinem Innovationsprojekt zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit wird auf den Formulierungsfähigkeiten von Merck im Gesundheitsbereich und der Expertise in den Biowissenschaften sowie auf unserem historischen Know-how in der Herstellung von Zusatzstoffen aufbauen. Gemeinsam werden wir die Medikamentenentwicklung beschleunigen und flexibler gestalten.“

Weitere Informationen finden Sie HIER.

Welchen möglichen Herausforderungen der 3D-Druck von Tabletten unterliegen kann, haben Forscher des  University College London (UCL), herausgefunden.

Wir sind gespannt, wie sich der Markt entwickeln wird. Was denken Sie über die Partnerschaft zwischen Merck und AMCM? Denken Sie, dass 3D-gedruckte Medikamente in Zukunft herkömmlich produzierte Medikamente ablösen werden?

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