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Michelangelo’s David: Digitaler Zwilling und 3D-gedrucktes Duplikat

Auf 7. Juni 2021 von Regina P. veröffentlicht

Modernste Scan-Technologien ermöglichen die Anfertigung eines digitalen Zwillings von beliebigen physischen Objekten. Diese können beispielsweise für eine anschließende Reproduktion im 3D-Druck optimiert werden. Durch den kombinierten Einsatz der beiden Technologien können also auch Kunstobjekte wie Statuen „geklont” werden. So werden Besucher der Weltausstellung Expo 2020 “Connecting Minds, Creating the Future” ab dem 1. Oktober 2021 die Möglichkeit haben, einen 3D-gedruckten Zwilling von Michelangelo’s David, der wohl bekanntesten Monumentalstatue der Renaissance, zu begutachten. Das Replikat wurde von der Galleria dell’Accademia für die Weltausstellung in Auftrag gegeben und in einer Zusammenarbeit von Hexagon Italia und der Universität Florenz gefertigt. Unter dem Motto “Connecting Minds, Creating the Future” wird vom 01.Oktober 2021 bis 31. März 2022 die Weltausstellung Expo 2020 in Dubai stattfinden. Diese war vom 20. Oktober 2020 bis zum 3. April 2021 geplant, musste auf Grund von COVID-19 jedoch verschoben werden. Bei der Expo 2020 repräsentieren die 190 teilnehmenden Länder mit einem eigenen Pavillon ihre länderspezifische Architektur bzw. Kultur und stellen innovative Projekte vor. Das Herzstück des italienischen Pavillons wird eine additiv gefertigte Kopie der David Statue sein. 

Detailgetreue Kopie aus Acrylharz

Weil es zu riskant wäre das Original in den arabischen Wüstenstaat zu senden, sollte ein lebensgroßes Replik der 5,17 Meter hohen Statue angefertigt werden. Für dieses musste zunächst ein Scan des Originals erstellt werden, mit welchem der schwedische Sensoren- und Software Anbieter Hexagon beauftragt wurde. Laut dem Unternehmen war die Erstellung des digitalen Zwillings ein komplexes Vorhaben, weshalb gleich zwei optische Instrumente verwendet werden mussten – der Leica Absolute Tracker AT960 und der StereoScan Neo. Mit diesen war es möglich, eine detailgetreue, digitale Version der Statue zu erstellen, ohne das Original überhaupt berühren zu müssen.

Für den Scan der Original-Statue mussten 80 cm Abstand eingehalten werden. (Bildnachweis: Hexagon)

Im Anschluss gelang es dem Fachbereich für Bau- und Umweltingenieurwesen der Universität Florenz das digitale Modell in 14 Einzelteilen aus Acrylharz mit Dimengel additiv zu fertigen. Der Druck belief sich auf insgesamt 160 Druck-Stunden. Die Einzelteile wurden im letzten Schritt von Restauratoren zur fertigen Skulptur zusammengesetzt und in einem Zeitraum von zwei Monaten mit einer Pulvermischung aus Harz und Carrara-Marmor nachbearbeitet. Der 3D-gedruckte David wiegt lediglich 550 Kilogramm, was einem Zehntel des Originals gleicht und soll laut der deutschen Direktorin der Galleria dell’Accademia, Cecilie Hollberg, von den Besuchern der Weltausstellung in Dubai als symbolischer Bote des Originals wahrgenommen werden.

Das Original wurde von Michelangelo Buonarroti, einem der bekanntesten Bildhauer der Hochrenaissance, von 1501 bis 1504 gefertigt und befindet sich in der Galleria dell’Accademia in Florenz. Jährlich bewundern rund 1,2 Millionen Besucher das aus einem einzigen Marmorblock gefertigte Kunstwerk, welches den biblischen David im Kampf gegen Goliath abbildet.

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*Titelbildnachweis: Carlo Bressan

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