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3D Factory Incubator verzeichnet erste Erfolge

Auf 29. März 2021 von Regina P. veröffentlicht
3D Factory Incubator

Anfang März konnte der 3D Factory Incubator bereits sein zweites Betriebsjahr abschließen. Das Unternehmen ist der erste europäische Hightech-Inkubator im Bereich 3D-Druck, der vielversprechende Initiativen und Projekte unterstützt welche sich der disruptiven Technologie der additiven Fertigung als Grundlage ihres Geschäftsmodells verschrieben haben. Ziel des spanischen Incubator ist es, innerhalb von 5 Jahren die 100 besten Initiativen im Zusammenhang mit der additiven Fertigung bei der Gründung zu unterstützen, indem ein einzigartiger Raum für die Inkubation von Start-ups, KMU und Kleinstunternehmen im Zusammenhang mit dem 3D-Druck geschaffen wird. Dieses Vorhaben wird von der Allianz zwischen dem Consorci de la Zona Franca de Barcelona (CZFB) und dem Technologiezentrum Leitat gefördert und vom FEDER-Fonds der INCYDE-Stiftung der Handelskammern Spaniens unterstützt.

Anlässlich des zweiten Jahrestages konnte die Initiative bereits erste Erfolge präsentieren, welche seit der Einweihung im März 2019 verzeichnet wurden. So wurden bis heute 55 Unternehmen gegründet, was die anfänglichen Erwartungen sogar übertroffen hat, vor allem in Zeiten einer globalen Pandemie. In diesem Zeitrahmen sind außerdem mehr als 300 Bewerbungen von kleinen Unternehmen, Start-ups und Unternehmern eingegangen, die auf den Inkubator vertrauen, um mit dessen Hilfe ihre Geschäftsideen mittels Einsatz des 3D-Druck zu entwickeln. Davon sind 79 % spanischer und 21 % internationaler Herkunft, was die Beachtung des 3D Factory Incubator über den Standort Spanien hinaus verdeutlicht. Das bemerkenswerte Wachstum des Projekts spiegelt sich auch in der Schaffung von Arbeitsplätzen durch die gegründeten Unternehmen wider. Beispielsweise konnten durch diese mehr als 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Im 3D Factory Incubator sind Projekte aus mehreren Branchen hervorgegangen, welche die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie aufzeigen: An erster Stelle stehen Konsumgüterunternehmen (19), gefolgt von Technologieberatungsunternehmen (12), Gesundheitstechnologie (7), Mobilität (7), IKT (7), Robotik (1), Logistik (1) und Chemie (1).

proyectos 3D Factory incubator

Welchen Einfluss nimmt der Inkubator auf die Branche?

Laut dem Bericht „The State of 3D Printing 2020“, der von Sculpteo veröffentlicht wurde, gab es in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs bei der Nutzung der additiven Fertigung. Tatsächlich haben in den letzten zwei Jahren 80 % mehr Unternehmen damit begonnen, die Technologie zu nutzen. Von diesen Neueinsteigern nutzen 52 % den 3D-Druck für die Produktion und 68 % für das Prototyping. Darüber hinaus planen 65 % aller befragten Unternehmen, ihre Investitionen in die additive Fertigung in den kommenden Monaten zu erhöhen. Die große Mehrheit sieht großes Potenzial für die 3D-Technologie in der industriellen Fertigung. Mit Blick auf Europa stellen wir fest, dass 55 % der Unternehmen der Meinung sind, dass der 3D-Druck dazu verhilft, Wettbewerbsvorteile am Markt zu erzielen. Allerdings gibt es zwei große Einschränkungen bei der Integration: erstens die hohen Investitionskosten und zweitens der Mangel an Ausbildung und Wissen im Bereich der additiven Fertigung.

In dieser Erhebung zeigt sich, dass der Zugang zu einem kompletten Produktionslabor (mit insgesamt zehn 3D-Druckgeräten von sechs verschiedenen Technologien – industriell als auch im Kleinformat) sowie einem Nachbearbeitungslabor (mit Geräten zum Reinigen, Polieren und Färben von Teilen und Zugang zu einem messtechnischen Scanner und einem Laserschneider) und die Beratung durch ein Expertenteam ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil sein kann. Diesbezüglich meint Joan Parra, CEO von DFactory Barcelona: „In diesen zwei Jahren haben wir das enorme Potenzial aufgezeigt, das um die Industrie herum entsteht, die auf den 3D-Druck setzt; und das nicht nur als Prototyping-Werkzeug, sondern als Grundlage für ein Geschäftsprojekt. Additive Fertigungstechnologien bieten zahlreiche Vorteile und Möglichkeiten, a priori unmögliche Ideen in erfolgreiche Projekte mit einer schnellen Entwicklung zu verwandeln“.

Der 3DFactory Incubator hat sich zu einem Benchmark-Projekt innerhalb der Industrie 4.0 entwickelt und konnte in den zwei Jahren seines Bestehens mehr als 850 Unternehmen und rund 1.600 Personen begrüßen. Ein Beweis dafür, dass trotz der mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen im vergangenen Jahr 2020 große, international bekannte Unternehmen den Inkubator aufsuchten: Samsung, Henkel, BCN3D, Filmax, HP, Continental, Forbes, Materialise, MWC Foundation oder Escribà, unter anderem.

proyectos 3D Factory incubator

Der Co-Working Space des 3D Incubators in

Der Mehrwert der 3D-Technologie in den letzten Monaten

Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, wie die Vielseitigkeit des 3D-Drucks es Unternehmen ermöglicht hat, ihre Produktion an die Anforderungen von Gesundheitsschutzausrüstungen anzupassen. So sind mehrere Solidaritätsprojekte entstanden, unter anderem aus der Maker-Community, um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Gesundheitssysteme zu reduzieren. Der Mangel an Geräten für das Gesundheitswesen ermöglichte es der additiven Fertigungsindustrie auch, ihre Fähigkeiten und Vorteile gegenüber traditionellen Produktionssystemen zu demonstrieren. Im März 2020 entwickelte das Team hinter dem Inkubator gemeinsam mit CZFB, Leitat, HP, CatSalut, CST und dem Krankenhaus Parc Taulí das sogenannte Leitat 1, das erste 3D-gedruckte und marktreife Feldbeatmungsgerät. Dieses erhielt die Validierung der spanischen Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte und hat 2 Wochen später eine Studie mit echten Patienten gestartet. Bis heute sind alle Tests zufriedenstellend verlaufen und die Geräte wurden bereits an mehr als 25 Krankenhäuser in Spanien verteilt. Ein weiteres Projekt, an dem der 3D Factory Incubator mitgewirkt hat, war die Entwicklung des Multivent-Maske, einer 3D-gedruckten Vorrichtung, welche es ermöglicht, den Zugang zu Geräten für die assistierte Beatmung bei Auftreten eines Gerätemangels auf Intensivstationen zu vervielfachen.

proyectos 3D Factory incubator

Das Beatmungsgerät Leitat 1 wird für Patienten mit Atemproblemen aufgrund von Covid-19 eingesetzt

Erwähnenswert sind auch die unterschiedlichen Initiativen, die innerhalb der verschiedenen Unternehmen des Inkubator entstanden sind, um auf die erhöhte Nachfrage des Gesundheitssektors und anderer systemrelevanter Dienstleistungen zu reagieren. In den Worten von Joan Parra: „Wir haben gesehen, wie kollaborative Synergien zwischen den Inkubatoren selbst entstanden sind, aus der Tatsache, dass sie Teil des selben Innovations-Ökosystems sind; wir sind begeistert zu sehen, dass dies nur der erste Schritt war und dass diese Synergien sehr bald auf einer neuen Ebene mit der Eröffnung des Center of Excellence 4.0, DFactory BCN, fortgesetzt werden“.

Trotz der Herausforderungen, welche die Pandemie mit sich gebracht hat, konnte der 3D Factory Incubator seine Einrichtungen von 600 auf 1.000 Quadratmeter erweitern sowie auf die hohe Nachfrage der Unternehmen mit einem neuen Bereich für das Scannen und die Nachbearbeitung der Teile (Reinigung und Färben) reagieren. Darüber hinaus hat der 3D Factory Incubator seine Fläche für das Co-Working erweitert und neue Besprechungsräume für die Inkubatoren geschaffen. Pere Navarro, Sonderbeauftragter des Staates im Consorci de la Zona Franca de Barcelona, sagt: „In einem Jahr, das von globaler Unsicherheit geprägt war, war der 3D Factory Incubator ein Beispiel für die Art von Aktivität, welche die neue Wirtschaft anführen wird. Vom CZFB aus engagieren wir uns für die Förderung der Entwicklung der Industrie 4.0, basierend auf der Schaffung von Allianzen, im Einklang mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung“.

Zweifelsohne befindet sich der 3D Factory Incubator in diesen ersten beiden Betriebsjahren auf einem erfolgreichen Weg. Mit diesen Ergebnissen wird ein exponentielles Wachstum der Initiative erwartet, so dass das ursprüngliche Ziel viel früher als erwartet erreicht werden kann. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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*Titelbild Quelle: 3D Factory Incubator

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