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3D-Druck zum Schutz des Māori Kulturerbes

Am 21. November 2023 von Astrid Z. veröffentlicht

Mit der Entwicklung der 3D-Technologien hat sich die additive Fertigung als revolutionäres Medium für die Herstellung von Teilen und Objekten erwiesen, deren Verfügbarkeit, Material und Bauzeit bisher begrenzt waren. Dazu gehören nicht zuletzt 3D-gedruckte Musikinstrumente, die kreative, kostengünstige alternative Ausdrucksformen zu ihren traditionell gefertigten Gegenstücken bieten können. Darüber hinaus werden oft 3D-Scans verwendet, um die Formen und Geometrien von Instrumenten zu modellieren, wodurch es den AM-Ingenieuren möglich ist, ähnliche Töne mit einer gedruckten Version nachzubilden.

An der Schnittstelle zwischen 3D-Druck und kulturellem Erbe steht Professor Olaf Diegel, Leiter des Creative Design and Additive Manufacturing Lab an der Universität von Auckland in Neuseeland. Diegel und sein Team haben mit der Māori-Gemeinschaft zusammengearbeitet, um 3D-gedruckte Nachbildungen traditioneller Māori-Instrumente zu erstellen, die eine große kulturelle Bedeutung haben. Es ist auch nicht das erste Mal, dass 3D-Technologien für die Erhaltung des kulturellen Erbes oder Kulturvermittlung eingesetzt werden. Von 3D-Druck auf der Bühne, für historische Instrumente bis hin zur Nachbildung berühmter Kunstwerke für Sehbehinderte erweist sich der 3D-Druck als Mittel zur Verbesserung der Zugänglichkeit und des kulturellen Bewusstseins auf der ganzen Welt.

the pūtātara is a traditional Māori instrument

Professor Olaf Diegel hält eine Nachbildung des Māori pūtātara Muschelhorns (Bild: Chris Loufte)

Diese einzigartigen traditionellen Instrumente (taonga pūoro) sind für das Volk der Māori von großer kultureller Bedeutung. Die beiden Instrumente, die nachgebaut werden sollten, waren die pūtātara, eine Muscheltrompete, und die pūkāea, eine lange Trompete, die traditionell aus Holz geschnitzt wird. Nachdem die Instrumente per CT-Scan gescannt worden waren, wurden die hochauflösenden 3D-Bilder verwendet, um die Formen zu erstellen, die notwendig sind, um den Klang der Instrumente originalgetreu nachzubilden.

Die 3D-gedruckten Instrumente ermöglichen mehr Menschen, die Musikinstrumente anzuschauen und anzufassen, im Gegensatz zu den Originalen, die zerbrechlich sind und Gefahr laufen, beschädigt zu werden. Zumal es sich bei diesen originalen Kulturgütern oft auch um Erbstücke handelt, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. „Das Problem ist, dass man Kinder nicht damit spielen lassen kann, denn wenn sie sie fallen lassen, sind sie für immer weg“, erklärt Prof. Diegel. Mit haltbaren Polymeren sind die 3D-gedruckten Versionen jedoch viel haltbarer. Diegel fährt fort: „Wir haben eine ganze Reihe von ihnen gedruckt, darunter Vollfarbdrucke und ’starke‘ Nylon-Drucke, die man eigentlich sogar gegen die Wand werfen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass sie kaputt gehen. […] Das ist eine teure Technologie. Aber im Vergleich zu anderen Möglichkeiten, ein kulturelles Artefakt zu konservieren, ist sie viel billiger und viel flexibler.“

Der 3D-Druck bietet zwar die Möglichkeit, das kulturelle Erbe näher an unser tägliches Leben heranzuführen, wirft aber auch einige ethische Bedenken auf. Für das Team der University of Auckland stellte sich die Frage, wie genau die 3D-gedruckten Repliken sein sollten. Diegel selbst meint dazu: „Man will dem Originalgegenstand nicht seinen Wert nehmen.“ Vor allem, wenn ein Objekt von kultureller, historischer oder religiöser Bedeutung ist, soll die 3D-produzierte Nachbildung das Bewusstsein für das Objekt schärfen und erweitern, es aber nicht ersetzen. Schließlich entschied sich das Team dafür, die lange Trompete aus glattem Kunststoff herzustellen, als Geste des Respekts vor der kulturellen Bedeutung des traditionell geschnitzten Holzobjekts, dessen Herstellung viel Zeit, Geduld und Geschick erfordert. Um mehr über das Projekt der Universität Auckland zu erfahren, klicken Sie HIER.

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*Titelbildnachweis: University of Auckland

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