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Wie wird der 3D-Druck für den Wassersport genutzt?

Auf 5. August 2021 von Regina P. veröffentlicht

Der Sommer ist bereits seit einigen Wochen da, die Ferienzeit hat offiziell begonnen: In diesen Monaten denkt man unweigerlich an das Meer, feine Sandstrände, die wohlverdiente Erholung und eine willkommene Abkühlung im Wasser. Wie können aber 3D-Technologien das Surf-, Paddel- oder Kajakerlebnis verbessern? Weshalb wird der 3D-Druck für den Wassersport  immer häufiger eingesetzt? Wir wollen Ihnen 3D-Druck Anwendungen für den Wassersport vorstellen, welche Sie zumindest für die nächsten Minuten von einem Urlaub am Meer träumen werden lassen. Ob Surfbretter, Flossen oder Jetskis: neben dem Vorteil der individuellen Gestaltung der Sportgeräte, hilft die additive Fertigung den Herstellern dabei, die Umweltauswirkungen der Sportarten durch die Verwendung von recycelbaren Materialien zu verringern. In unserem Ranking erfahren Sie mehr über die Verbindung zwischen 3D-Druck und den Wassersportarten!

Surfbretter von WYVE 

Das junge französische Startup WYVE zählt sicherlich zu den bekanntesten Hersteller von 3D-gedruckten Surfbrettern. Nachdem das Unternehmen festgestellt hat, dass ein herkömmliches Brett zu 95 % aus petrochemischen Materialien hergestellt wird und für mehr als 6 kg giftiger Abfälle verantwortlich ist, beschlossen die Mitbegründer, eine umweltfreundlichere Alternative zu entwickeln. So entstand die Idee, diese lokal im 3D-Druck zu fertigen. Der Surfer hat dabei die Möglichkeit die Form und das Design des Boards auszuwählen – WYVE produziert daraufhin das Herzstück des Boards aus PLA. Das Resultat sind maßgeschneiderte, transparente und umweltfreundlichere Surfbretter. Ziel des Herstellers ist es jedoch, seine Produktion zukünftig auf recyceltes PET umzustellen. 

Das französische Unternehmen WYVE stellt 3D-gedruckte Surfbretter aus PLA her. (Bild: WYVE)

3D-gedruckte Surfbrett-Finnen

An der australischen University of Wollongong arbeitet ein multidisziplinäres Team daran, das Surferlebnis für Sportler zu verbessern. Mit 3D-gedruckten Finnen ist es den Forschern gelungen, eine Alternative zum sonst kostspieligen Herstellungsprozess mittels Spritzguss zu schaffen. Mit dem 3D-Druck sei es möglich, die Finnen in einem iterativen Prozess an die individuellen Bedürfnisse des Surfers als auch an den Wellengang anzupassen. Dass das Forscherteam der UoW bestrebt ist die Finnen zu perfektionieren, zeigt sich unter anderem an der Tatsache, dass bei den Testungen spezielle GPS-Tracking-Geräte genutzt werden, welche unter anderem Daten zur Anzahl der Wellen, den Manövern und der Höchstgeschwindigkeit sammeln. Diese Daten kombiniert das Team anschließend mit anderen Parametern sowie dem Feedback der Surfer, um daraus die bestmöglichen Finnen additiv zu fertigen. 

Die 3D-gedruckten Finnen sollen das Surferlebnis verbessern. (Bild: University of Wollongong)

3D-gedrucktes Kajak

Melker, ein Unternehmen aus Schweden, nutzt den 3D-Druck zur Herstellung von Kajaks aus wiederverwertbaren Materialien und will mit diesen Bewusstsein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft schaffen. Die Kajaks werden als ein einziges Teil mit einem großformatigen 3D-Drucker gefertigt. Mit diesem kann ein Kajak in nur wenigen Stunden additiv gefertigt werden. Als Druckmaterial nutzt Melker ein Kombinationsmaterial aus Sägemehl und Maisstärke. Der Vorteil: sollte der Druck fehlerhaft sein, kann das Material unkompliziert wiederverwendet werden. “Ich wollte einen Weg finden, wie neue Materialien und Produktionsmethoden genutzt werden können, um stilvolle und maßgeschneiderte Outdoor-Produkte auf eine nachhaltigere und klimafreundlichere Weise zu entwickeln”, sagt Firmengründer Pelle Stafshede über sein Vorhaben. Durch die ausschließliche Verwendung von recycelten Materialien liege die entstehende Umwelteinwirkung der Produktion nahezu bei Null. 

Das Kajak von Melker wird aus wiederverwertbaren Materialien hergestellt. (Bild: Melker)

Endless Sinter von Karten Design

Das “Endless Sinter” Surfboard unterscheidet sich optisch sicherlich von anderen Brettern und es wirft sich die Frage auf, ob dieses Surfbrett überhaupt seetauglich ist. Und das nicht unbegründet: Endless Sinter ist ein Kunstwerk der kalifornischen Agentur Karten Design, welches im Jahr 2014 für eine Ausstellung im A + D Architecture and Design Museum in Los Angeles angefertigt wurde. Karten Design hat das Surfbrett in Zusammenarbeit mit SciCon Technologies im SLS-Verfahren hergestellt. Das Muster ergibt sich aus überlappenden konzentrischen Kreisen, welche symbolisch das Aufeinandertreffen des nördlichen und südlichen Pazifik repräsentieren sollen. Endless Sinter war Teil der sun-‘n’-surf Ausstellung des Museums und sollte in diesem Rahmen an die Surfkultur der 1960er Jahre erinnern. 

Das Surfbrett „Endless Sinter“ ist ein Kunstobjekt des kalifornischen Studios Karten Design. (Bild: Karten Design)

Nachhaltiges Surferlebnis mit YUYO

YUYO ist ebenfalls ein französisches Startup, das seinen Sitz in Südfrankreich hat. Das junge Unternehmen will das berühmte Surfer-Paradoxon lösen, indem es Bretter anbietet, welche in der Produktion weniger schädlich für die Umwelt und unsere Ozeane sind.  Mit Hilfe eines großformatigen 3D-Druckers stellt YUYO in etwa 30 bis 40 Stunden Bretter mit einer Höhe von bis zu 2,40 m und einer Breite von 65 cm her. Das Startup verwendet dafür PLA. Im Anschluss an den Druckprozess werden die Bretter mit einer Naturfaser und einem biobasierten Harz laminiert. 

Dolphin Board von Awesome

Wenn es ums Surfen geht, dann zählen unter anderem die Vereinigten Staaten zu den ersten Gebieten, wo der Sport zu einer Art Nationalsport wurde. Das rührt vielleicht auch daher, dass sich der Ursprungs des Sports auf Hawaii rund um das 4. Jahrhundert findet. Deshalb ist es wohl unerlässlich, auch ein 3D-gedrucktes Surfbrett aus den USA in unsere Liste aufzunehmen: das Dolphin Board von Awesome. Dieses, im Jahr 2017 vorgestellte Surfbrett, ist das erste 3D-gedruckte Brett, das sowohl recycelbar als auch kompostierbar ist. Es besteht aus umweltfreundlichen Harzen, recycelten Plastikflaschen sowie Algentinte und wird aus insgesamt 14 Teilen gefertigt. Zum Zeitpunkt der Entwicklung war es preiswerter und haltbarer als die meisten herkömmlichen Surfbretter.

Paradoxal Surfboards

Mit Paradoxal Surfboards stellen wir Ihnen ein weiteres Projekt aus dem deutschen Nachbarland Frankreich vor. Genauer genommen entstand die Idee dazu an der bretonischen Küste im Westen Frankreichs. Paradoxal Surfboards wurde 2019 von Jérémy Lucas gegründet, welcher auf der Suche nach einer Verwertung von Grünalgen war, welche an der bretonischen Küste im Übermaß angespült werden. Also beschloss der Surfer, diese für 3D-gedruckte Surfbretter zu nutzen und damit zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Die Algenabfälle sollen zukünftig als umweltfreundliches Material für die additive Fertigung von Surfbrettern genutzt werden. Obwohl der erste Prototyp noch aus PLA hergestellt wurde, entwickelt das Startup derzeit ein thermoformbares Material auf der Basis von Grünalgenpulver, welches in Kombination mit recyceltem Dyneema in zukünftigen Modellen verwendet werden soll.

Der erste Prototyp von Paradoxal Surfboards. (Bild: Paradoxal Surfboards)

RedBull Surfbrett für Mike Fanning

So manches Surfbrett wird für eine bestimmte Person hergestellt. Das beste Beispiel für solch einen Fall ist das maßgeschneiderte Surfbrett von Mike Fanning. Der professionelle Surfer aus Australien, erhielt 2017 ein 3D-gedrucktes Brett, welches in Zusammenarbeit von Red Bull High Performance und Proto3000 entwickelt wurde. Nach Angaben der Unternehmen handle es sich dabei um das erste vollständig 3D-gedruckte Surfbrett. Das Brett wurde aus insgesamt 10 3D-gedruckten Teilen in rund 100 Stunden hergestellt, bevor es zusammengebaut, verklebt und mit Glasfaser versiegelt wurde. Das Brett war damals noch doppelt so schwer wie ein normales Brett. Im Gegensatz zu heute: denn mittlerweile können 3D-gedruckte Surfbretter gerade auf Grund ihrer Leichtigkeit punkten. Bei dem RedBull Vorhaben lag der Fokus damals noch auf der Optimierung des Designs.

Stratasys & ESUP™ von Current Drives

SUP – oder Stand Up Paddleboarding – ist eine weit verbreitete Wassersportaktivität, welche inzwischen von über 3 Millionen Wassersportbegeisterten ausgeführt wird. Dem in Seattle ansässigen Unternehmen Current Drives ist es gelungen, ein emissionsfreies, elektrisches Stand-Up-Paddleboard, bekannt als ESUP™, mit Hilfe von Stratasys‘ Direct Manufacturing Services  herzustellen. Das Wassersportunternehmen entschied sich schließlich für den Einsatz von Fused Deposition Modeling (FDM), Stereolithographie, PolyJet sowie für eine CNC-Bearbeitung und das Laser-Sintern (LS) von glasgefülltem Nylon, um den Prototyp des Propellers zu fertigen. „Die Ingenieure von Stratasys Direct Manufacturing haben uns Materialien und Prozesse empfohlen, welche unseren Anforderungen an die Funktionsprüfung gerecht werden konnten“, erklärt Mike Radenbaugh, Präsident von Current Drives.

Der additiv gefertigte Propeller des elektrischen SUP’s. (Bild: Stratasys)

AMAZEA

Die AMAZEA-Scooter des deutschen Unternehmens JAMADE, bieten sowohl über als auch unter Wasser ein Abenteuer und wurden mit einem großformatigen 3D-Drucker von BigRep entwickelt. Pro HT, ein von BigRep entwickeltes Material, wurde für die Herstellung der Roller verwendet, weil dieses temperaturbeständig ist und eine geringe Schrumpfung aufweist. Da 75 % des Scooters mit Hilfe der additiven Fertigung hergestellt wurden, ist AMAZEA vollkommen wasserdicht. Durch die Herstellung des Scooters in einem einzigen Arbeitsgang konnte das Unternehmen auf eine restriktive Montage verzichten und somit das Risiko von Lecks minimieren.

Der 3D-gedruckte Aquascooter AMAZEA sorgt für Spaß im Wasser. (Bild: JAMADE)

Kennen Sie weitere Projekte des 3D-Drucks für den Wassersport? Lassen Sie uns zu diesem Thema gerne einen Kommentar da oder teilen Sie es uns auf FacebookTwitterLinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter!

 

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