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3D Druck in der Orthopädie – plus medica OT

Auf 13. Februar 2017 von Raphael S. veröffentlicht

Die Produktion von Prothesen und Orthesen mittels der additiven Fertigungstechnik erleichtert das Leben vieler Menschen mit Behinderung. Es gibt genügend Initiativen in dieser Richtung, egal an welchem Körperteil Bedarf besteht. Heute stellen wir euch die deutsche Firma plus medica OT vor, die sich auf den 3D Druck von medizinischen Orthesen spezialisiert hat.

Das Unternehmen möchte mit dem 3D Druck die Möglichkeiten für bedürftige Menschen erweitern und die Herausforderungen der bestehenden Fertigungsverfahren überwinden. Jedes Körperteil ist einzigartig, deshalb benötigt jeder Patient auch eine individuelle Lösung. Hinzu kommt, dass das Wachstum bei Kindern eine ständige Erneuerung der Hilfsmittel erfordert. Die bisherigen Methoden geraten dabei schnell an ihre Grenzen: Eine spezielle Orthese ist aufwendig herzustellen, teuer und zeitraubend (Gießen, Umformen, Modellieren, Fräsen). Außerdem müssen oft mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt werden, um die Mobilität des Patienten zu gewährleisten.

plus medica ot

plus medica OT macht es nun mit der additiven Fertigung möglich, diese Herausforderungen zu überwinden. Mit dem 3D Druck können maßgeschneiderte Orthesen kostengünstig und schnell hergestellt werden. Das Unternehmen fokussiert sich dabei auf die Form und Funktion ihrer Produkte und arbeitet mit einem der deutschen Marktführer, EOS GmbH, zusammen.
EOS liefert alle notwendigen Systeme und Materialien und unterstützt plus medica OT während des Entwicklungs- und Fertigungsprozesses. „Von EOS wurden wir sehr partnerschaftlich und kompetent beraten, zum Beispiel bei der Wahl des passenden Materials“, so Alexander Hülk, Orthopädietechnikmeister bei plus medica OT.

plus medica ot

Die Basis für den Druck des Hilfsmittels liefert ein Gipsabdruck des Körperteils, abgenommen von einem Orthopädietechniker. Dieser schickt den Abdruck dann zu plus medica OT, wo er mittels eines 3D Scanners digitalisiert und die Orthese mit einem CAD Programm konstruiert wird.  Anschließend wird das Hilfsmittel im SLS-Verfahren gedruckt. Als Material verwendet man ein nylonbasiertes Polymer mit einer hohen Schlagzähigkeit, um Brüche, Risse und somit die Verletzungsgefahr des Patienten zu minimieren.

plus medica ot

Mit ihm werden die Orthesen gedruckt – der EOS P 396

Die gedruckten Orthesen ermöglichen komplexe Strukturen, die mit den antiquierten Methoden nicht umsetzbar wären. Sie sind außerdem einfach reproduzierbar, um der Notwendigkeit der ständigen Erneuerung von Kinderhilfsmitteln nachzukommen. Die Optimierungen im Hinblick auf Gewicht, Funktion und Design sind für Alexander Hülk entscheidend für den Behandlungserfolg: „Niemand trägt gerne eine Orthese. Doch wenn man sie im Alltag kaum spürt und sie zudem noch gut aussieht, kann das die Tragedauer und damit den therapeutischen Erfolg der Orthese enorm erhöhen.“

Können sich die 3D-gedruckten orthopädischen Hilfsmittel etablieren, oder haben sie das bereits? Teilen Sie ihre Meinung in den sozialen Netzwerken mit und und folgen Sie 3Dnatives auf Twitter und per RSS-Feed oder Facebook, um stets auf dem Laufenden bleiben!

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