menu

ASA als Material für den 3D-Druck

Auf 24. August 2020 von Michelle J. veröffentlicht
ASA

Das ASA-Material (Acrylnitril-Styrol-Acrylat) ist ein amorpher Thermoplast, ähnlich wie ABS. Der Hauptunterschied zwischen den beiden besteht darin, dass ASA ein Acryl-Elastomer und ABS ein Butadien-Elastomer ist. ASA ist ein Erdölderivat und gilt als technischer Kunststoff, da es sein Aussehen und seine Schlagfestigkeit auch unter ungünstigen Bedingungen wie Luft, Regen, Kälte, Hitze usw. beibehält. Aus diesem Grund wird es häufig in Alltagsgegenständen verwendet, die widerstandsfähiger sein müssen, wie z. B. in elektrischen Anlagen, Autoteile oder sogar Spielzeug. Es wurde 1970 vom Hersteller BASF Forward AM unter dem Handelsnamen Luran® S entwickelt und wird heutzutage zunehmend von Personen verwendet, die über einen FDM-3D-Drucker verfügen.

Der Thermoplast ASA hat eine Reihe von Eigenschaften, die ihn von den führenden Kunststoffen PLA und ABS unterscheiden. Zunächst einmal ist ABS sehr anfällig für den Verwölbungseffekt, d.h. beim Bedrucken von Teilen, die eine große Oberfläche beanspruchen, werden die Ecken angehoben. Darüber hinaus neigt es dazu, sich bei Kontakt mit härteren Umgebungsbedingungen zu verfärben. Diese beiden Nachteile treten bei dem Kunststoff ASA nicht auf: Er ist viel beständiger gegen UV-Strahlung. Außerdem lässt sich dieses Filament leichter bedrucken als die beiden am häufigsten verwendeten. Diese Eigenschaften ermöglichen den Einsatz von ASA in Branchen wie der Automobilindustrie.

asa

Bildnachweis: Stratasys

Eigenschaften von ASA für den 3D-Druck

Was die additive Fertigung anbelangt, so hat ASA bestimmte Eigenschaften, die bei der Verwendung dieses Kunststoffes berücksichtigt werden müssen. Für diejenigen, die Erfahrung mit dem 3D-Druck mit ABS haben, wird dies eine leichte Aufgabe sein. Wenn Sie jedoch keine Erfahrungen haben, sollten Sie eine Reihe von Empfehlungen bezüglich der Herstellung von Teilen mit ASA befolgen. Erstens: Die Verarbeitung von ASA kann mit einem offenen 3D-Drucker durchgeführt werden, aber es wird empfohlen, einen mit einer geschlossenen Kammer zu verwenden, da das Material empfindlich auf plötzliche Temperaturänderungen während des Herstellungsprozesses reagieren kann. Darüber hinaus kann dies die Styrolemissionen reduzieren. Zweitens wird empfohlen, Klebeband (Kapton Klebeband) zu verwenden, um den möglichen Verwölbungseffekt während des Druckens zu verringern und zusätzlich eine thermische sowie elektrische Isolierung zu gewährleisten.

Das ASA-Filament ist sehr vielseitig, sodass, falls erforderlich, HIPS-Material als Hilfsstütze für Modelle mit Auskragungen von weniger als 45ºC aus der Horizontalebene integriert werden könnte. Es ist auch ratsam, einen Minimallagenlüfter zu verwenden. Dies führt zu einer höheren Qualität der gedruckten Teile und vermeidet Probleme wie Risse oder Überhitzung des 3D-Druckers. Auf diese Weise trägt der Lüfter zur Verfestigung des Materials bei, ohne eine plötzliche Temperaturänderung zu erzeugen. Dieser Thermoplast schmilzt zwischen 245ºC und 260ºC, obwohl jeder Hersteller von 3D-Filamenten einen etwas anderen Bereich angibt. Es ist empfehlenswert, das Druckerbett auf eine Temperatur von 80ºC bis 100ºC einzustellen, um Verformungen zu vermeiden.

asa

ASA ist einfacher zu drucken als ABS

Das Wichtigste beim 3D-Druck mit ASA ist es, den Abstand zwischen dem Druckbett und dem Extruder richtig einzustellen. Die richtige Einstellung erhöht die Haftung an der Oberfläche und liefert qualitativ hochwertige Ergebnisse. Darüber hinaus hat ASA interessante Merkmale, die hervorgehoben werden sollten. Es hat eine hohe Dimensionsstabilität (mechanische Festigkeit), Glasübergangstemperatur und chemische Beständigkeit. Aufgrund all dieser Eigenschaften ist ASA einfach zu verwenden und eignet sich für die Herstellung von Maschinenteilen oder funktionellen Prototypen, die einer größeren Exposition im Freien ausgesetzt sind.

Hersteller

Wie bereits erwähnt, bietet die BASF Forward AM dieses Filament unter dem Handelsnamen Luran® S an. Das Unternehmen ist jedoch nicht der einzige Hersteller, der diesen Thermoplasten entwickelt. Die Firma Zortrax hat auch ASA-Spulen mit einem Durchmesser von 1,75 mm auf den Markt gebracht, die bis zu 40 € pro 800 g kosten können. Auch Stratasys, Dynamical 3D und Smart Materials bieten den Anwendern dieses fortschrittliche Material an. Die Eigenschaften des Filaments können Sie auf den Webseiten der entsprechenden Hersteller einsehen.

Würden Sie dieses Thermoplast für den 3D-Druck verwenden? Lassen Sie uns dazu gerne einen Kommentar da, oder teilen Sie uns Ihre Meinung auf Facebook, Twitter LinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter.

Teilen Sie Ihre Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

de_DEen_USes_ESfr_FR
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Erhalten Sie jeden Mittwoch eine Zusammenfassung der neusten News rund um den 3D-Druck