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3D-Druck für kleines Budget: Das müssen Sie beachten

Am 21. Juni 2021 von Regina P. veröffentlicht
3D-Druck Budget

Der 3D-Druck ist nicht nur für die Produktionsprozesse innerhalb von Unternehmen interessant, sondern wird auch gerne von Privatpersonen in den eigenen vier Wänden eingesetzt. Mit der Anschaffung eines 3D-Druckers werfen sich aber auch einige Fragen auf. Wie viel Budget muss man für einen 3D-Drucker einplanen? Der 3D-Druck kann zu einem kostspieligen Hobby werden, zumal nicht nur die Maschine selbst angeschafft werden muss, sondern eventuell auch eine Software, entsprechende Geräte zur Nachbearbeitung und natürlich das 3D-Druck-Material. Aus diesem Grund wollen wir Ihnen einen Leitfaden für den 3D-Druck mit einem kleinem Budget geben. Wir werfen dabei einen Blick auf preisgünstige 3D-Drucker, Filamente, Software und mehr, um Sie beim Einstieg in den 3D-Druck bestmöglich zu unterstützen.

Für alle, die sich mit dem 3D-Druck noch nicht gut oder gar nicht auskennen, ist es wichtig zu wissen, dass es viele verschiedene Technologien für den 3D-Druck gibt. FDM, SLA, SLS, LPBF und mehr haben alle ihre Vor- und Nachteile. In diesem Guide werden wir uns jedoch hauptsächlich auf FDM und SLA konzentrieren. Vor allem, weil FDM für den Hobby-Nutzer auf Grund der am Markt verfügbaren Maschinen und Materialien am leichtesten zugänglich ist. Obwohl nicht so günstig wie FDM, präsentieren wir Ihnen auch SLA 3D-Drucker, die im Vergleich zu industriellen Geräten noch erschwinglich sind.

3D-Drucker für kleine Budgets

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die den Preis eines 3D-Druckers beeinflussen können. Der Einleuchtendste ist natürlich das verwendete Druckverfahren. Industriellere Technologien, insbesondere solche, die Metall verwenden, sind häufig für den Privatgebrauch zu teuer. Außerdem spielt die Größe des Druckers eine bedeutende Rolle. Wobei es durchaus möglich ist, Desktop-3D-Drucker für unter € 200  zu finden, welche FDM oder SLA verwenden. Wenn Sie zudem dazu bereit sind, den Drucker selbst zusammenzubauen, sind DIY-Kits oft günstiger als bereits zusammengebaute Geräte. Beachten Sie hierbei jedoch, dass der Zusammenbau je nach Umfang mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird.

Beim Blick auf 3D-Drucker unter 200 € finden sich einige Optionen. Falls Sie gerne bereit sind (oder es vorziehen!), Ihren eigenen Drucker mit einem DIY-Kit zu bauen, dann bietet sich beispielsweise der Ender 3 von Creality, einer der beliebtesten DIY-Kits, an. Bei einem Startpreis von 144,99 € ist dies auch wenig überraschend. Creality ist für seine erschwinglichen Geräte bekannt, von welchen die Meisten auch auf Seiten wie amazon gekauft werden können. Ein weiterer chinesischer Hersteller, der günstige 3D-Drucker unter 200 € anbietet, ist Anycubic. Der Mega Zero 2.0 ist ein FDM-Gerät und für rund 175,00 € zu haben, beachten Sie jedoch auch bei diesem die erforderliche Montage.

3D printing on a budget

Der Photon Zero von Anycubic (links) und der Ender 3 von Creality (rechts)

Es finden sich aber auch ein paar SLA-Geräte in dieser Preisklasse. Anycubic bietet als einer von wenigen Hertellern, auch eine SLA-Maschine unter 200 € an. Der Photon Zero (129,90 €) und der Photon Mono (178,00 €) sind  SLA-Maschinen, welche LCD basiert sind, verfügen im Vergleich zu vielen FDM-Druckern in der gleichen Preisklasse aber über ein geringeres Bauvolumen. Im preislichen Mittelfeld zwischen dem günstigsten Drucker der Photon-Serie von Anycubic liegt der Elegoo Mars UV Photocuring LCD MSLA 3D-Drucker. Mit einem Verkaufspreis von 152,99 € ist dieser etwas größer als der Photon Zero, aber immer noch kleiner als der Photon Mono. Wenn Ihr Budget bis 300 € reicht, haben Sie außerdem noch viel mehr Auswahl, da viele der „billigen“ 3D-Drucker zu einem Preis von 200 € bis 300 € erhältlich sind.

Preisgünstiges 3D-Druck-Material

Auch wenn die Anschaffung eines 3D-Druckers zu Beginn die größere Investition darstellt, summieren sich die Ausgaben für die Materialien im Laufe der Zeit. Vor allem, wenn Sie bestrebt sind Ihren 3D-Drucker regelmäßig zur Fertigung verschiedenster Gegenstände zu nutzen. Deshalb sollten Sie beachten, dass Sie mit billigeren 3D-Druckern bei der Materialauswahl eingeschränkt sind, da diese nur mit bestimmten Filamenten oder Harzen kompatibel sind.

Ein weiterer Aspekt, dem Sie Beachtung schenken sollten ist, dass einige Drucker sogar nur mit den Materialien des jeweiligen Unternehmens kompatibel sind. Diese können teilweise kostspieliger sein als andere. Ansonsten steht es Ihnen jedoch frei, das günstigste Material auszuwählen, das für Ihr Gerät kompatibel ist. Bedenken Sie jedoch, dass wie bei den meisten Dingen im Leben oft ein direkter Zusammenhang zwischen dem Preis und den Eigenschaften der Materialien besteht. Das Billigste wird sicherlich nicht für Aufgaben jenseits des Hobbydrucks geeignet sein.

Davon abgesehen, werden Sie wahrscheinlich, wenn Sie nach billigen Materialien suchen, Thermoplaste kaufen:  dazu zählen ABS, PETG, TPU und PLA. Diese vier Materialien gehören zu den am häufigsten im 3D-Druck verwendeten Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften sowie Vor- und Nachteilen. Darüber hinaus sind dies auch die Materialien, welche am häufigsten mit 3D-Druckern kompatibel sind, insbesondere PLA ist weit verbreitet und eignet sich folglich für die meisten FDM-Drucker.

3D printing on a budget

Thermoplastische Filamente für den 3D-Druck (Bild: AMFG)

Auch bei günstigeren Materialien stellt man jedoch schnell fest, dass es eine weite Preisspanne gibt. Diese ist auf die Eigenschaften der Materialien zurückzuführen. Zum Beispiel werden mit PLA, der grundsätzlich billigsten Option, weit schlechtere physikalische Eigenschaften als mit High-Range-Materialien erzielt. Bei Filamentworld kostet das billigste PLA 15,90 € für eine 2,85 mm 0.7 kg-Spule.

Obwohl Resine für laserbasierte SLA-Prozesse recht teuer sein können, verwenden die bereits genannten Maschinen in diesem Artikel LCD, was bedeutet, dass es nicht nur günstigere Maschinen, sondern auch günstigere Harze gibt. So können Sie im Internet 500g 3D-Drucker Harz für den Anycubic Photon bereits ab 17,99 € finden. Somit sind die günstigsten Resine zwar etwas teurer als PLA, aber im Vergleich dennoch leistbar.

Software

Ein Vorteil beim 3D-Druck ist, dass viele der für den Druck notwendigen Software kostenlos online heruntergeladen werden können. Damit Sie die Teile für den 3D-Druck entwerfen können, sollten Sie über eine Modellierungssoftware verfügen. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine CAD-Software, für welche Sie auch einen Slicer benötigen. Selbstverständlich gibt es noch andere Software-Lösungen, welche Sie für den 3D-Druck nutzen können, wie z. B. Optimierungs- oder eine Workflow-Management-Software. Mit einer Modellierungs- und Slicing-Lösung lässt sich jedoch schon eine Menge bewerkstelligen. Glücklicherweise gibt es auch für Beginner, welche mit einem geringen Budget 3D-Drucken möchten Programme, die speziell für Anfänger einfach zu bedienen und völlig kostenlos sind. Dazu zählen auch Open-Source Softwareprogramme, die ständig aktualisiert und verbessert werden.

Obwohl ursprünglich von Ultimaker entwickelt, ist der cura Slicer Open-Source und kann mit den meisten FDM-Maschinen verwendet werden. Beachten Sie, dass Sie für einen SLA-Drucker einen anderen Slicer benötigen. (Bild: Ultimaker)

Zusätzlich gibt es für all jene, die ihr eigenes Teil nicht von Grund auf entwerfen möchten, viele Plattformen, auf denen bereits entwickelte Designs kostenlos heruntergeladen werden können. Thingiverse zum Beispiel verfügt über Millionen von 3D-Dateien, die von der Community auf die Webseite hochgeladen werden. Die Benutzer können eine Datei direkt von der Webseite herunterladen. Im Anschluss benötigen Sie nur noch einen Slicer, bevor Sie mit dem Druck starten können. Es gibt jedoch noch viele andere kostenlose Seiten, auf denen Sie diese Dateien finden können, wie Cults oder MyMiniFactory.

Für FDM 3D-Drucker eignen sich kostenlose Slicer wie Cura, es gibt auch hier viele weitere. Beachten Sie, dass für den SLA-Druck aufgrund der Technologie eine andere Software benötigt wird oder die cura-Software stark modifiziert werden muss. Es gibt jedoch auch kostenlose Optionen, z. B. ist CHITUBOX basic kostenlos und beliebt für den SLA/DLP 3D-Druck Prozess. Vergewissern Sie sich auch, dass die Maschine, die Sie verwenden, mit gewissen Dateiformaten arbeitet und kompatibel ist. Die meisten Geräte sind mit STL-Dateien kompatibel, da dies der Branchenstandard ist, dies ist jedoch nicht immer garantiert.

Thingiverse ist eine kostenlose Plattform, auf der Sie 3D-Dateien herunterladen können.

Auch wenn es nicht zwingend erforderlich ist, ist eine kostenlose STL-Reparatursoftware dennoch zu empfehlen. Sie können zwar ohne diese Software drucken, in Anbetracht der Tatsache, dass diese kostenlos online verfügbar ist, kann deren Nutzung Ihren Workflow jedoch sicherlich optimieren. Durch die Verwendung der STL-Reparatursoftware können Sie nämlich den Abfall, welcher durch fehlgeschlagene Drucke entsteht, reduzieren und somit beim Material sparen.

Post-Processing (Nachbearbeitung)

Die Nachbearbeitung stellt für viele 3D-gedruckte Teile einen notwendigen Schritt dar, insbesondere wenn Sie Stützen verwenden. Beim FDM-Druck kann die Nachbearbeitung optional sein, allerdings schränkt das die Teile ein, die Sie herstellen können, da Stützen es ermöglichen, Teile mit Überhängen bzw. geometrisch kompliziertere Teile zu fertigen. Normalerweise können Sie bei FDM, sofern Sie kein komplexes Teil wollen, entweder Stützen kaufen, die anschließend aufgelöst werden, oder Werkzeuge wie eine Spitzzange verwenden, um die zusätzlichen Materialien zu entfernen; beide Optionen sind im Normalfall nicht sehr teuer, erhöhen jedoch Ihre Ausgaben.

Bei den SLA/DLP-Verfahren ist eine Nachbearbeitung obligatorisch. Obwohl es günstige Optionen gibt, bietet Anycubic eine Wash-and-Cure-Maschine für rund 100 € an, die eine Option für Sie sein könnte. Diese ist sogar mit den meisten anderen SLA/DLP-Maschinen kompatibel. Es ist zudem möglich, einen Harzreiniger zu kaufen, um das Teil selbst zu spülen, dieser kostet normalerweise um die 10 €. Dann können Sie, wie bei FDM, die Stützen mit einem Modellschneider entfernen. Der letzte Schritt ist das Aushärten, wofür immer eine UV-Härtungsbox benötigt wird. Diese kann für rund 40 € erworben werden.

Ist es also möglich, mit kleinem Budget in den 3D-Druck einzusteigen?

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der 3D-Druck sicherlich immer noch ein kostspieliges Hobby darstellt. Abgesehen von den anfänglichen Kosten für den 3D-Drucker müssen kontinuierlich Materialien gekauft werden, was mit der Zeit teuer werden kann. Je nach Material kann es zudem notwendig sein, in Klebstoffe zu investieren, um Warping und anderen Problemen entgegenzuwirken. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die entstehenden Kosten auf einem Minimum zu halten. Gerade wenn man bedenkt, dass es eine große Auswahl an kostenloser Software gibt. In diesem Artikel haben wir festgestellt, dass es durchaus möglich einen 3D-Drucker, Material und eine Nachbearbeitungsmaschine für weniger als 200 € zu bekommen.

Wenn Sie den 3D-Druck nur für einige wenige Teile verwenden wollen ist es nicht nur für den Geldbeutel sondern auch für die Umwelt besser, einen 3D-Druckdienstleister in Anspruch zu nehmen. Diese erstellen einen Kostenvoranschlag und drucken die Teile für Sie. Diese Alternative eignet sich, wenn Sie nur gelegentlich ein 3D-gedrucktes Teil benötigen. Zudem können Sie auf die Expertise des Dienstleisters und eine breitere Vielfalt an Technologien und Materialien zurückgreifen.

Was denken Sie? Ist der 3D-Druck mit kleinem Budget möglich? Lassen Sie uns zu diesem Thema gerne einen Kommentar da, oder teilen Sie uns Ihre Meinung auf FacebookTwitterLinkedIN oder Xing mit. Möchten Sie außerdem eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten im 3D-Druck und der Additiven Fertigung direkt und bequem in Ihr Postfach erhalten? Dann registrieren Sie sich jetzt für unseren wöchentlichen Newsletter

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