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12 innovative Anwendungen des 3D-Drucks in der Filmindustrie

Auf 9. Juli 2021 von Alexander H. veröffentlicht
Filmindustrie

Während Spezialeffekte in der Filmindustrie alltäglich geworden sind, scheint sich auch der 3D-Druck seinen Weg zu bahnen. Hollywood setzt zunehmend 3D-Technologien ein, um Kostüme, Requisiten und alle möglichen Objekte zu kreieren, die ihre Filme noch realistischer machen. Einige filmen sogar 3D-Drucker bei der Arbeit und zeigen der Öffentlichkeit alle Möglichkeiten der Technologie. Deshalb haben wir im nachstehenden Ranking einige der innovativsten Anwendungen des 3D-Drucks in der Filmindustrie zusammengestellt. Entdecken Sie, wie die additive Fertigung bei verschiedenen Entwicklungen Fortschritt bringt: Von der Erleichterung der Entwicklung von Animationsfilmen bis hin zum Design der berühmten Kostüme unserer Lieblingssuperhelden.

Thor 3: Tag der Entscheidung – Helas Kopfschmuck

Wenn Sie ein Marvel-Fan sind, dann wissen Sie sicherlich, wer Hela ist. Für alle anderen gibt es hier die Aufklärung: Sie ist Thors Halbschwester, die in Thor 3: Tag der Entscheidung auf dem Bildschirm erscheint und auch als die Göttin des Todes bekannt ist. Natürlich hat sie auch das passende Kostüm dazu und was uns heute ganz besonders interessiert, ist ihr Kopfschmuck. Dieser wurde nach einem 3D-Scan des Kopfes von Cate Blanchett, der Schauspielerin von Hela, gedruckt. Bei dem SLS-Verfahren wurde auf mit Kohlenstofffasern verstärktes Verbundpulver gesetzt, das Leichtigkeit und gute Stabilität bietet. Der Kopfschmuck wiegt laut seinem Hersteller etwa 1,8 Kilo und wurde in mehreren Teilen gedruckt, um ihn nach den Wünschen von Marvel modulieren zu können.

Stranger Things – Der Demogorgon

Seit der Veröffentlichung der ersten Folge im Sommer 2016 ist die amerikanische Serie Stranger Things ein großer Erfolg. Unter der Regie der Gebrüder Duffer fesselt die Serie den Zuschauer mit einer guten Mischung aus Science-Fiction und Horror, vor allem dank einiger phantasievoller Kreaturen. Unter ihnen befindet sich der Demogorgon, ein räuberisches Monster, das die Menschen eliminieren will. Der Grund, warum wir den Demogorgon in diesem Ranking erwähnen, ist sein Herstellungsverfahren: Das in Kalifornien ansässige Designstudio Aaron Sims Creative hat die Kreatur mithilfe von 3D-Druck entworfen. Um die 20 Teile, aus denen die etwa 50 cm große Kreatur besteht, einzeln zu drucken, verwendete das Studio seine vier Formlabs 3D-Drucker.

Black Panther – Das Kostüm von Königin Ramonda von Wakanda

Wie wir sehen, ist Marvel eine der Produktionsfirmen, die den 3D-Druck nicht nur in einem Film integriert. Das liegt daran, dass die Technologie es ermöglicht, kundenspezifische Modelle zu fertigen, und dies innerhalb der kurzen Zeiträume, die diese Branche erfordert. Ein weiteres Beispiel dafür findet sich in Black Panther, wo die additive Fertigung verwendet wurde, um das Kostüm von Königin Ramonda von Wakanda zu erstellen. Hinter dem Design stehen die Künstlerinnen Julia Koerner und Ruth E. Carter, die sich diese Technologie zunutze machten, um dieses originelle Outfit zu entwerfen. Außerdem sollen die 3D-Scanlösungen von Artec3D für die Anpassung eines Lexus LC 500 für den Film Black Panther 2, der für 2022 geplant ist, verwendet worden sein. Die Initiative kam dank des Teams von West Coast Customs zustande, das 9 Monate brauchte, um die Ausrüstung zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu bringen. Beide Beispiele zeigen das Potential des 3D-Drucks im Marvel Cinematic Universe.

Jurassic Park 3 – Die Resonanzkammer eines Dinosauriers

Dinosaurier sind zwar schon seit Tausenden von Jahren ausgestorben, dank der 3D-Technologie können Paläontologen und andere Dinosaurier-Fans jedoch einige ihrer Merkmale nachbilden. Dies wird von der Figur Billy Brennan in Jurassic Park 3 gezeigt, als er eine Nachbildung der Resonanzkammer eines Dinosauriers in 3D druckt. Einige Jahre später, für die Produktion von Jurassic World, nutzte das Franchise erneut den 3D-Druck, diesmal jedoch für die Herstellung der Dinosaurierschädel. Unten sehen Sie ein Making-of-Video, das uns die Szene zeigt, in der ein Velociraptor seinen Kopf aus dem Käfig steckt. Es stellte sich heraus, dass das Team, bevor es den Dinosaurier am Computer herstellte, seinen Kopf in 3D druckte.

Iron Man – Der legendäre Iron Man Anzug

Erneut findet sich eine 3D-Druck-Applikation in den Marvel-Filmen. Denn der berühmte Iron Man Suit wurde im echten Leben – ganz im Gegensatz zum Film – nicht von Robert Downey Jr., dem Schauspieler von Tony Stark, kreiert, sondern von dem amerikanischen Spezialeffektstudio Legacy Effects, das sich auf Kreaturendesign, prothetisches Make-up, Animatronik und Spezialanzüge spezialisiert hat. Um Zeit und Kosten zu sparen, wurde hierbei auf die additive Fertigung und auf 3D-Technologien zurückgegriffen. Nicht zuletzt sind diese besonders hilfreich, um Prototypen zu testen oder Ersatzteile zu produzieren. Außerdem ist es erstaunlich mitzuerleben, wie innerhalb der Maker-Community viele eigens-kreierte, 3D-gedruckte Iron Man Anzüge erstellt werden, die dem Original teilweise sehr ähnlich sehen. 

Ocean’s 8 – Schmuck-Replikate


Haben Sie den Film Ocean’s 8 gesehen? Wenn die Antwort „Ja“ lautet und Sie zudem ein 3D-Enthusiast sind, dann ist Ihnen ein bestimmtes Detail vielleicht in die Augen gesprungen: In diesem Spin-Off der Ocean’s-Saga greift das Spionageteam auf die additive Fertigung zurück, um Schmuck und Modeschmuck illegal zu replizieren. In der besagten Szene sehen wir im Hintergrund, wie ein 3D-Drucker MakerBot Replicator Z18 ein perfektes Cartier-Diamantencollier erstellt, das sogar Anne Hathaway davon überzeugt, dass es echt ist. Einige Betrachter und Technikbegeisterte bezweifeln jedoch, dass die Desktop-Maschine in der Lage ist, eine so akkurate Endqualität zu erreichen, das dem von echtem Schmuck gleichkommt. Dennoch ist es beeindruckend zu sehen, welchen Stellenwert der 3D-Druck in der Filmindustrie einnimmt.

Mister Link: Ein fellig verrücktes Abenteuer – Puppen

LAIKA Studios veröffentlichte im April 2020 einen Animationsfilm namens Mister Link. Das Studio arbeitete Hand in Hand mit Stratasys, um die Puppen, die verschiedene Charaktere auf dem Bildschirm darstellen, in 3D zu drucken. Dank der PolyJet-Technologie könnten sie sich verschiedene Farben und Texturen vorstellen und die Ausdrücke der einzelnen Personen originalgetreu wiedergeben. Mehr als 300.000 Teile wurden in 3D gedruckt, sei es für die Sets oder die Mimik. Das Ergebnis ist erstaunlich!

Thor: The Dark Kingdom – Thors Hammer „Mjölnir“

Auch im Marvel-Blockbuster Thor: The Dark Kingdom, der zweite Film der Marvel-Reihe mit der berühmten skandinavischen Gottheit Thor, wurde 3D-Druck eingesetzt. Im Film ist der Donnergott mit einem Hammer, Mjölnir, ausgestattet, dessen Gewicht nur er tragen kann. In der Realität wurde dieser mittels dem Binder Jetting Verfahren mit einem 3D-Drucker des Herstellers Voxeljet hergestellt. Das Verfahren ermöglichte eine unglaubliche Menge an Details am fertigen Hammer, wie Sie im nachstehenden Video sehen können.

Skyfall – Modelle des Aston Martin DB 5

Selbst wenn Sie kein großer Kino-Fan sind, werden Sie höchstwahrscheinlich mit dem Agent 007 James Bond vertraut sein. Bereits seit den 1960er Jahren gibt es die Bond-Film-Reihe, welche mittlerweile 24 offizielle Filme umfasst. Bei den Dreharbeiten für die 2012 erschienene Fortsetzung „Skyfall“ wurde sich ebenfalls für den Einsatz des 3D-Drucks entschieden. So beauftragte das auf die Herstellung von Filmrequisiten spezialisierte Unternehmen Propshop Modelmakers Ltd die Voxeljet AG mit der Herstellung von insgesamt drei Aston Martin DB 5 Modellen. Dieses mittlerweile unerschwingliche Auto benötigte sozusagen Stunt-Doubles, welche in Action-Szenen in Flammen aufgehen sollten. Der deutsche 3D-Druck-Hersteller fertigte also im Binder-Jetting mit seinem industriellen Großformat 3D-Drucker VX1000 die Fahrzeug-Modelle, welche dem Original letztendlich zum Verwechseln ähnlich sahen. 

Guardians of the Galaxy – Star Lords Maske

Ein weiterer Marvel-Blockbuster, bei dem der 3D-Druck zum Einsatz gekommen ist, ist die „Guardians of the Galaxy“-Franchise. Der Requisiten-Spezialist FBFX Ltd. nutzte den 3D-Druck, um Star-Lords Maske sowie das Rüstungskostüm für die Figur Korath herzustellen – das erste Mal, dass das Team ein vollständig in 3D gedrucktes Kostüm produzierte, das in einem Film getragen wurde. Das Team verwendete einen Objet500 Connex-Drucker, der dank der PolyJet-Technologie von Stratasys mehrere Farben und Materialien in einem einzigen Objekt kombinieren kann. Außerdem arbeitete ein anderes Requisitenteam namens Prop Shop an Guardians of the Galaxy, welches mithilfe des 3D-Drucks einige der ikonischen Waffen sowie Teile des Raumschiffs hergestellt hat.

Filmindustrie

Chase Me – Puppen

Chase Me ist ein Kurzfilm des französischen Künstlers Gilles-Alexandre Deschaud und erzählt die Geschichte eines Mädchens in einem mystischem Wald. Bei der verwendeten Filmtechnik handelt es sich um Zeitrafferanimation, weshalb mehr als 2.500 Teile gedruckt werden mussten. Für die Herstellung hat der Künstler ausschließlich mit dem Form 1+ SLA-3D-Drucker gearbeitet. Die 3D-gedruckten Puppen der Charaktere haben eine Auflösung von 100 Mikrometern und die Erstellung einer vier Sekunden Sequenz dauerte ungefähr eine Woche. Insgesamt hat Deschaud zwei Jahre an diesem Projekt gearbeitet.

Kubo: Der tapfere Samurai – Gliedmaßen und Gesichter

Kubo: Der tapfere Samurai ist eine LAIKA Studio Produktion des Regisseurs Travis Knight und feierte als Familienfilm sein Kinodebüt im Oktober 2016. Der animierte Film arbeitet mit einer speziellen Technik, bei welcher 3D-gedruckte Gliedmaßen bzw. Gesichtsausdrücke zum Einsatz kamen. Insgesamt wurden 23.000 Gesichter für die 22cm große Puppe des Hauptcharakters Kubo angefertigt. Durch zusätzliche manuelle Manipulation konnten so potenziell rund 48 Millionen unterschiedliche Gesichtsbewegungen für Kubo entstehen. 

Filmindustrie

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